Kreis

Riesiger Exot im Fuhrpark des Kreises

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Das hat längst nicht jeder deutsche Landkreis: Ein von einem Unimog gezogener Funkmast sorgt dafür, dass Funkverkehr zwischen Ruhr und Volme auch beim Ausfall einzelner Sender möglich bleibt.

Altena - Exakt 111 Fahrzeuge nennt der Kreis sein eigen, darunter auch einen Kühlanhänger, mehrere Trecker und einen E-Golf. Das exotischste Gefährt parkt allerdings in einer Altenaer Fabrikhalle: Ein transportabeler Gittermast, der bis zu einer Länge von 25 Metern ausgefahren werden kann.

Für den fahrbaren Mast ist der technische Dienst der Kreisleitstelle zuständig: Thomas Metz kümmert sich mit zwei Kollegen darum, dass Rettungsdienste, Feuerwehren und der Katastrophenschutz im ganzen Kreis Funkverbindung haben. 

„Dafür betreiben wir 52 Sender“, erklärt Metz – fällt einer aus, dann kann’s Probleme geben. Zuletzt war das im Bereich Iserlohn der Fall: Dort gab es einen Schaden an einem Sendemasten, der nicht sofort repariert werden konnte. Oft würden für solche Arbeiten Industriekletterer angefordert, die bei Schnee und Eis oder auch bei Starkwind nicht arbeiten können. Dann wird der Mast eingesetzt. 

Oft stehen die Sender irgendwo im Wald oder an anderen, schlecht zugänglichen Orten. Deshalb wird der fast vier Tonnen schwere Mast von einem Unimog gezogen. Der Tarn-Anstrich beider Fahrzeuge verrät: Sie stammen von der Bundeswehr. Sondere die solches Material aus, dann hätten Kreise und Kommunen darauf eine Art bevorzugten Zugriff, erklärt Metz. 

Der fahrbare Turm neben einem der Sendemasten.

Als in seiner Abteilung vor einigen Jahren der Wunsch nach einem solchen Mast aufkam, da konnte er an einem Bundeswehrstandort nahe Frankfurt unter mehreren wählen. Zu den Kosten schweigt der Fachmann: „Wir haben ihn sehr günstig bekommen“. Längst nicht jeder Kreis hat solchen eine Anlage: „Der nächste Mast steht in Hagen, die haben ihren rot-weiß gestrichen“, berichtet Metz. 

Ihm selbst ist der Tarnanstrich lieber – „da sieht man ihn nicht so“. Die Sorge, dass jemand Unfug mit dem guten Stück treiben könnte, ist allgegenwärtig. Der Mast ist ziemlich universell einsatzbar. Dafür sorgen zum einen verschiedene Antennen, die im Koffer des Unimogs aufbewahrt werden – vor Ort kann mit ihrer Hilfe der Mast so konfiguriert werden, wie es erforderlich ist. 

Dafür hat der technische Dienst den Mast mit Anbauten optimiert. Strom braucht eine solche Antenne aber auch: „Der ist an den Standorten unserer Sender immer vorhanden, eine Notstromversorgung gibt es dort auch“, erklärt Metz. Trotzdem: Für den Fall der Fälle sind Unimog und Funkturm völlig autark. Beide können über das 24 Volt-Bordnetz betrieben werden, auch ein Notstromaggregat ist an Bord.

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