Riesige Hanfplantage: Harte Strafen für drei Drogenbauern

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Diese riesige Cannabis-Plantage betrieben die Drogenbauern in der Nette.

Altena – Harte Haftstrafen haben drei Drogenbauern kassiert, die in der Nette über Monate eine große Hanfplantage betrieben.

Mit empfindlichen Haftstrafen für die drei Angeklagten ist der Hanfplantagen-Prozess im Landgericht Hagen zu Ende gegangen. Die 54-jährige Hauptangeklagte wurde wegen fünffachen Handeltreibens mit einer nicht geringen Menge Betäubungsmittel zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt. 

Die Richter sahen in ihr die Drahtzieherin der Aktivitäten in einem Mehrfamilienhaus an der Bachstraße in Altena. Ihren 49-jährigen Ehemann verurteilte die Kammer zu einer Haftstrafe von vier Jahren und acht Monaten. 

Bei der Festlegung des Wertersatzes, einer Abschöpfung der illegal erlangten Gewinne, gingen die Richter weit über den Antrag der Staatsanwaltschaft (knapp 128.000 Euro) hinaus und ordneten die Einziehung von 192.000 Euro von den beiden Hauptangeklagten an. 

Plantagen-Pfleger nur ein Helfer

Ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes ging von vier ertragreichen Marihuana-Ernten aus, die verkauft worden waren. Der dritte Angeklagte, der illegal aus Vietnam eingereist war, um die Plantage zu pflegen, kam mit einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten davon. 

Die Richter sahen in ihm lediglich einen Helfer, der die Plantage im Auftrag der Hauptangeklagten gegen ein Honorar von 12 000 Euro gepflegt hatte. Auch für diesen Betrag beansprucht die Justiz einen Wertersatz. 

In ihren Plädoyers hatten sich die Verteidiger bemüht, Zweifel an der maßgeblichen Rolle der beiden Hauptangeklagten zu säen: „Die Beweisaufnahme hat ganz viel im Unklaren gelassen“, sagte die Verteidigerin der Frau. „Wer ist der Betreiber der Plantage? Wer ist der Vertreiber der Betäubungsmittel? Wer hat profitiert?“ Fragen, die nicht geklärt worden seien.

Rolle des 38-Jährigen sei unklar

Ihre Mandantin habe nur gelegentlich in der Plantage mitgeholfen, um ihrem Neffen zu helfen: Dieser habe „sich um alles Praktische gekümmert“. Seine Anweisungen habe er von einem Unbekannten bekommen, dessen Name durch den Prozess geisterte. Seine Rolle sei in keiner Weise geklärt. 

Nach sieben Monaten in Untersuchungshaft könne sie allenfalls zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden. Der Haftbefehl sei aufzuheben. 

In diesem Haus an der Bachstraße wuchs die Drogenplantage.

Der Verteidiger des 49-jährigen Ehemanns beantragte Freispruch für seinen Mandanten: Ihm sei lediglich vorzuwerfen, dass er den Betrieb der Plantage „gebilligt und geduldet“, seine Ehefrau aber nachdrücklich aufgefordert habe, ihre Aktivitäten zu beenden. 

"Ihr Haus, Ihr Strom, Ihr Wasser"

Diesem Eindruck widersprach die Vorsitzende Richterin Dr. Bettina Wendlandt: „Er hat das Haus mit zur Verfügung gestellt.“ Nachdrücklich wies sie die Darstellung zurück, dass die Eheleute dem Treiben hilflos gegenüberstanden: „Es war Ihr Haus, Ihr Strom, Ihr Wasser!“

Nachbarn hätten berichtet, dass der Transporter des 49-Jährigen immer wieder am Haus gestanden habe. Mit ihrem Urteil folgten die Richter auch den Angaben des Angeklagten aus Vietnam, der seine Mitangeklagten schwer belastet hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Video: Auf der Spur der Drogenschmuggler

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