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„Riesig große Fußstapfen“: Kulturring verabschiedet Wolfgang Noack

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Von: Hildegard Goor-Schotten

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Führungswechsel im Kulturring: Geschäftsführer Wolfgang Noack (2.v.l.) wurde in dieser Woche offiziell aus seinem Amt verabschiedet: Er machte Platz für seine junge Nachfolgerin Melanie Jens (r.).
Führungswechsel im Kulturring: Geschäftsführer Wolfgang Noack (2.v.l.) wurde in dieser Woche offiziell aus seinem Amt verabschiedet: Er machte Platz für seine junge Nachfolgerin Melanie Jens (r.). © Goor-Schotten, Hilde

Übersprudelnd von Ideen zeigte sich Wolfgang Noack auch bei seinem letzten Auftritt als Geschäftsführer des Kulturrings. Mit der Verabschiedung in der Vorstandssitzung in dieser Woche endete jedoch seine Zeit in dieser Funktion.

Seine Aufgaben übernimmt Melanie Jens, bei der Stadt zuständig für Tourismus und Marketing und nun auch Kulturbeauftragte.

Sie tritt in „riesig große Fußstapfen“, wie Uwe Kober, Vorsitzender des Kulturrings, erklärte, der dem scheidenden Geschäftsführer für sein großes Engagement dankte.

Eine ausführliche Würdigung

Eine ausführliche Würdigung überließ er seinem Stellvertreter Jan Möhling, der Noack von Beginn an im Vorstand begleitet hat. Möhling blickte noch einmal auf den bemerkenswerten Lebenslauf Noacks zurück: Diplom-Mathematiker und Informatiker, Raumfahrtexperte und Firmengründer auf der einen Seite; Musiker, Museumsleiter und Theaterregisseur auf der anderen; außerdem Fremdenführer auf Korsika und Autor. Mit dieser Vielseitigkeit hatte Noack schon 2015 bei der Besetzung des Geschäftsführerpostens in Altena überzeugt.

Im Kulturring habe er alte Zöpfe abgeschnitten und die Vorstandsarbeit neu strukturiert. „Wolfgang hat engagierte Bürger reingeholt“, lobte Möhling. Mit dem Apollo-Programm, dem „Garten der Geschichte“, Weltklassik am Klavier, Jazz Legér und den „Altenaer Ursprüngen“ zählte er einige Höhepunkte von Noacks Arbeit auf – neben der „absoluten Herausforderung Mittelalterfest“ und der „Mammutaufgabe Renovierung Burg Holtzbrinck“.

Noack: „Es war eine tolle Zeit“

„Es war eine tolle Zeit und hat einfach riesig Spaß gemacht“, dankte Wolfgang Noack für die „vielen schönen Worte“. Die Begeisterung für die Aufgabe sei damals direkt da gewesen: „Ich habe lange gesucht und es hier gefunden.“ Schwierig sei es zwischendurch schon mal gewesen, räumte er ein: „Ich kannte das Publikum nicht und musste mich an die Westfalen erst herantasten.“ Dass hochkarätige Musiker vor nur vier Zuhörern spielten, gehört wohl zu den eher enttäuschenden Erfahrungen, wie auch der kleine Schock, dass eine Großveranstaltung wie das Mittelalterfest eher hemdsärmlig abgewickelt wurde. Dem noch immer nicht abgeschlossenen Umbau der Burg Holtzbrinck und den großen Veranstaltungspausen durch Corona und Hochwasser stellte Noack die vielen großartigen Begegnungen mit den Künstlern gegenüber. „Danke dafür, dass ich das alles realisieren konnte.“ Er habe noch immer den Kopf voller Ideen, manches sei noch nicht umgesetzt worden wie etwas zur Industriegeschichte, zur Kleinbahn und Modelleisenbahnen, Modenschauen, Fechtkampf, mobiles Theater - und Google Earth. „Am Rande war ich an der Entwicklung beteiligt. Da möchte ich gern mal was zu machen“, ist dem Allrounder in den Sinn gekommen. In Ruhe will er jetzt die Gedanken sortieren und schauen, was er machen möchte. Auf jeden Fall liegt ihm sein Gesangsunterricht am Herzen, und zwei Bücher sind in Arbeit. Aber: „Wenn du was brauchst, melde dich. Ich bin da“, gab er seiner Nachfolgerin mit auf den Weg.

Die freut sich auf die Arbeit mit dem Kulturring und den Bürgern und wünscht sich: „Wir dürfen uns von Corona nicht unterkriegen lassen.“ Eine Vita wie Wolfgang Noack habe sie nicht, meinte Melanie Jens. Mit ihrem Tourismusmanagement-Studium und einem einjährigen Aufenthalt in Tokio ist ihre Karriere allerdings auch nicht ganz gewöhnlich.

Stadtverwaltung im Transferrausch

Seit zwei Jahren ist sie in Altena und fühlt sich angekommen. Mit ihr übernimmt die Stadtverwaltung wieder die Geschäftsführung des Kulturrings. „Ich freue mich darauf, bald wieder gemeinsam mit allen etwas auf die Beine zu stellen“, sagte Uwe Kober. Noack habe manches Mal wohl auch ziemlich allein dagestanden.

Das Programm für dieses Jahr steht weitgehend. „Ich bin nicht ganz zufrieden damit, es ist mit Vorsicht gemacht. Wir wissen ja nicht, was überhaupt möglich sein wird“, sagte Noack. Aus dem Vorstand kam die dringende Bitte, auf keinen Fall etwas einschlafen zu lassen. Mindestens eine Veranstaltung pro Monat sollte sein, über andere Spielstätten müsse man nachdenken. „Wir sollten uns eine klare Regelung überlegen, was mit welchen Zuschauerzahlen möglich ist“, wünschte sich Ulrich Frenschkowski.

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