Burgmauer beschmiert

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Bisher waren die Burgmauern auch den Graffiti-Sprayern heilig. Das hat sich geändert, am Mittwochmorgen verunstaltete ein „Tag“ die Bruchsteinwand. ▪

ALTENA ▪ Narrenhände beschmieren Tisch und Wände – und neuerdings auch Burgmauern. Michael Brosch, Gebäudemanager beim Märkischen Kreis, war stinksauer, als ihn die Nachricht von großflächigen Schmierereien auf der talseitigen Bruchsteinmauer erreichte.

Verwaltungsgebäude, Schulen – der Kreis besitzt viele Immobilien, dementsprechend oft hat Brosch mit dem Thema Graffiti zu tun. Die Burg blieb allerdings bisher von solchen Schmierereien weitestgehend verschont.

Passiert ist es in der Nacht zu Mittwoch, am Morgen wurden die Verunreinigungen entdeckt. Das Kreis-Gebäudemanagement setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um den Schaden möglichst umgehend beheben zu lassen – je frischer die Farbe ist, desto größer die Chance, sie restlos beseitigen zu können.

Das geschieht mit Hilfe eines so genannten Trockeneisverfahrens – eine aufwändige und dementsprechend teure Technik. Brosch rechnet mit Kosten „im mittleren vierstelligen Bereich“ und warnt vor übertriebenen Erwartungen: Ob sich die Schriftzüge wirklich rückstandslos entfernen ließen, müsse sich erst noch zeigen. Versichert ist der Kreis gegen solche Schäden nicht.

Nicht nur die Burgmauern wurden besprüht: Weitere Graffitis finden sich am Burgweg, wo eine der vor einigen Jahren restaurierten Bruchsteinmauern mit einem zehn Meter langen Schriftzug verschandelt wurde. Auch die Mauer zwischen der Fritz-Berg-Brücke und der Gerichtsstraße wurde Opfer der unbekannten Schmierer, die offensichtlich nicht zum ersten Mal in Altena waren. Die „Tags“ (so nennen sie ihre Schriftzeichen) sehen denen zum Verwechseln ähnlich, die Anfang Mai an vielen Stellen der Innenstadt gesprüht wurden.

Natürlich hat der Märkische Kreis Anzeige erstattet. Bei der Polizei gibt es auf die Graffiti-Szene spezialisierte Beamte, die anhand der so genannten Tags (das ist eine graphisch gestaltete Graffiti-Signatur) zuzuordnen versuchen, welche Schmierereien ein und demselben Täter zuzuordnen sind. Wird ein Sprayer erwischt, dann drohen ihm neben einer Verurteilung wegen Sachbeschädigung erhebliche Schadenersatzforderungen.

Aufwand und die Kosten, die im Zusammenhang mit der Entfernung und Vorbeugung vor illegal angebrachten Graffiti entstehen, sind relativ hoch. Nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Haus- und Grundeigentümer werden zur Beseitigung illegaler Graffiti pro Jahr etwa 500 Millionen Euro ausgegeben, die zur Hälfte auf die öffentliche Hand entfallen. ▪ Thomas Bender

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