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Riesen-Andrang am Impfbus: Impfteam macht Überstunden

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Von: Ines Engelmann

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Eine lange Schlange bildete sich vor dem Impfbus am Langen Kamp in Altena - trotz Kälte.
Eine lange Schlange bildete sich vor dem Impfbus am Langen Kamp in Altena - trotz Kälte. © Engelmann, Ines

Mehr als 170 Impflinge ließen sich am Impfbus in Altena impfen. Die Beweggründe der Impflinge waren sehr unterschiedlich.

Altena – Corona ist allgegenwärtig. Um die Impfkampagne weiter voranzutreiben, stand der Impfbus des Märkischen Kreises am Montag wieder in Altena. Vor dem Impfbus am Langen Kamp bildete sich eine lange Schlange.

Insgesamt haben sich 178 Personen gegen das Coronavirus impfen lassen, ein neuer Rekord in Altena. Davon wurden 45 Personen mit dem Impfstoff von Biontech, 21 mit Johnson & Johnson und 112 mit Moderna geimpft, wie Kreispressesprecher Alexander Bange nach der Aktion auf Nachfrage mitteilte.

Angst vor unerforschtem Impfstoff

Einer von ihnen war Torsten Hein, der sich zum ersten Mal impfen ließ: „Ich glaube schon, dass es Corona gibt, aber deshalb möchte ich mir nicht gleich einen unerforschten Impfstoff spritzen lassen.“ Er kam extra aus Balve für seine Impfung nach Altena. Über eine Stunde wartete er in der langen Schlange – auf eine Impfung, die er eigentlich gar nicht haben wollte.

Doch für Hein stand am Montag einiges auf dem Spiel: Für ihn musste die Impfung noch am gleichen Tag klappen, „denn ich wurde heute gegen Tetanus geimpft und mein Arzt sagte, dass ich dann für die Corona-Impfung nur einen Zeitraum von 24 Stunden habe. Ansonsten muss ich vier Wochen warten, bis ich mich gegen Corona impfen lassen darf.“ Grund sei – so vermutete Hein – mögliche Nebenwirkungen der beiden Impfstoffe.

Corona-Impfung für den Weihnachtsurlaub

Vier Wochen könne Hein aber nicht auf die Corona-Impfung warten. Sein Lebensgefährte Ralf Hein erklärte die Gründe: „Wir möchten über Weihnachten gerne mit dem Wohnmobil in den Urlaub fahren. Ohne Corona-Impfung kommen wir nirgends mehr hin.“ Auch er erhielt am Montag seine erste Impfung gegen das Virus.

Beide fühlen sich von der Regierung gezwungen, sich impfen zu lassen. „Sonst können wir am sozialen Leben gar nicht mehr teilhaben“, sagte Thomas Hein. Als Ungeimpfter spüre er den Druck nicht nur von der Politik, sondern auch von der Gesellschaft. „Wir sind sogar Anfeindungen von guten Freunden ausgesetzt. Zudem werden wir zu manchen Feiern nicht mehr eingeladen, weil wir nicht geimpft sind“, erzählte Torsten Hein. Auch ein negativer Corona-Test habe in einigen Fällen wenig gebracht.

Wegen Außendienst: Boostern für den Schutz

Ralf Hein hat mit der Impfung so lange gewartet, weil er eine Lungenkrankheit hat, „und es gibt zu meiner Krankheit und der Impfung keinerlei Studien Ich habe Angst vor der Impfung“. Er berichtete, dass auch andere Menschen aus seinem Bekanntenkreis Respekt vor der Impfung hätten. Es gebe sogar jemanden, der seit vier Wochen krank geschrieben sei, weil er sich für die Arbeit impfen lassen müsste. Eine andere Lösung für das Problem habe der Bekannte aber noch nicht gefunden.

Neben Erstimpfungen gab es auch viele Zweit- und Dritt-Impfungen am Langen Kamp. Micheal Hoppe stellte sich am Montag für seine Booster-Impfung ebenfalls in die Kälte. Der Altenaer ist im Außendienst tätig und sieht die Auffrischungsimpfung als sinnvoll an: „Ich habe viel Kundenkontakt. Mir ist es wichtig, mich und mein Umfeld so gut es geht zu schützen“, sagte Hoppe. Bedenken, wie sie Torsten und Ralf Hein haben, hat Hoppe nicht: „Wir lassen uns ja auch gegen die Grippe impfen und hinterfragen da auch nicht jede Veränderung des Impfstoffs.“

Impfende Ärzte dürfen nicht sprechen

Torsten und Ralf Hein haben ihre Impfung erhalten, die Wahl fiel auf Johnson und Johnson. Der impfende Arzt habe ihnen empfohlen, sich nach vier Wochen noch einmal mit einem anderen mRNA-Impfstoff impfen zu lassen. „Aber ich glaube nicht, dass wir das machen“, sagte Torsten Hein. Für ihn sei der Stempel im Impfbuch wichtig und nicht die Impfung selbst.

Ein Gespräch mit den impfenden Ärzten war nicht möglich. Von den Vertretern des Märkischen Kreises hieß es am Impfbus, dass Ärzte nicht mehr für Fragen zur Verfügung ständen.

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