Mit Smartphone oder Tablet

Unternehmen aus MK revolutioniert das Einkaufen: Per App durch den Supermarkt

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Das Einkaufen im Supermarkt könnte mit der Technik des Unternehmens aus Altena revolutiert werden. 

Altena – Digitale Shoppingliste auf dem Smartphone, dann mit dem Tablet durch den Supermarkt: Wie das Einkaufen in Zukunft aussehen könnte, zeigt sich im Altenaer Digitallabor.

Einkaufslisten digital auf dem Smartphone erstellen, auf Tablets übertragen und dann auf dem schnellsten Weg durch den Supermarkt navigiert werden: So könnte Einkaufen in der Zukunft aussehen.

Die Altenaer Firma Geck hat dazu ein Konzept entwickelt, das sich in der Testphase befindet. Rund eine Million Euro hat die Firma bislang in Forschung und Entwicklung investiert. Unter anderem in ein Digitallabor an der Rahmedestraße, in dem die Technik getestet wird. Wie genau das Einkaufen in der Zukunft aussehen könnte, ließen sich dort gestern Landtagsabgeordneter Thorsten Schick (CDU), Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU), Altenas CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Kober und Oliver Wittke (CDU) als Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Staatssekretär des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zeigen. 

Mit der App in den Laden

Das digitale Einkaufserlebnis beginnt zu Hause: Mit üblichen Prospekten und einem Smartphone wird eine Einkaufsliste erstellt. Jeder Artikel in dem Prospekt ist mit einem QR-Code versehen, der mit dem Handy gescannt werden kann. Gescannte Artikel landen auf dem virtuellen Einkaufszettel in einer App. 

Ist die Einkaufsliste fertig, geht’s in den Supermarkt. Dort angekommen, wird die Einkaufsliste im Eingangsbereich auf ein Tablet übertragen. Das funktioniert kabellos und „natürlich datenschutzkonform“, wie Geck-Geschäftsführer Oliver Görlich betonte. Entwickelt wurde die Tablet-Station von Nils Schäckermann, technischer Informatiker der Firma Geck. 

Mit dem Tablet auf Einkaufstour: Das Tablet navigiert Kunden nicht nur durch die Gänge, sondern soll auch Zeit sparen und mitdenken

Das Tablet wird an einem Einkaufswagen montiert, den Geck herstellt. Die Kosten für die digitale Umrüstung belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund 120 Euro pro Wagen, der Grundpreis pro Wagen liegt ebenfalls bei 120 Euro, sodass sich der Preis für Abnehmer des Wagens auf 240 Euro verdoppeln würde. Das Tablet navigiert Kunden zu den jeweiligen Produkten auf ihrer Einkaufsliste und nutzt den schnellsten Weg durch die Verkaufsräume. 

Digitallabor stellt Supermarkt nach

Das sogenannte Digitallabor, in dem Geck seine Entwicklungen testet, hat 600 Quadratmeter Fläche. In großen und unübersichtlichen Baumärkten zum Beispiel soll der Navigator eine größere Bedeutung spielen. Die Position des Einkäufers bestimmt das Tablet mithilfe spezieller Sensoren, die genauer und für Innenräume besser geeignet sind als GPS. 

Besichtigung an der Kasse: Dort muss nicht mehr jeder Artikel einzeln gescannt werden. Auf dem Tablet wird stattdessen ein einzelner QR-Code generiert und eingescannt. Informatiker Nils Schäckermann (rechts) erklärt die App (von links): Oliver Wittke, Thorsten Schick, Uwe Kober, Ruben Dahmen und Dr. Burkhard Fritz.

Außerdem kann das Tablet spezielle Produktempfehlungen aussprechen. Legt ein Kunde beispielsweise ein T-Shirt in den Einkaufswagen, wird dies von der App erkannt. Kommt der Kunde dann an einem Waschmittel vorbei, empfiehlt das Programm an geeigneter Stelle das Produkt. Eine Besonderheit sind auch die Warenträger, die über Sensoren verfügen können. Sie registrieren zum Beispiel, wie oft ein Produkt aus dem Wagen genommen wird. 

Alarm bei möglichem Dienstahl

Bei ungewöhnlich schnellem Entnehmen kann der Träger einen Diebstahlalarm auslösen. Weiter entwickelt werden noch digitale Preisschilder, die heute schon in Elektrofachmärkten genutzt werden. Möglich wäre es, über die Preisschilder direkt zu bezahlen, wenn man ein Handy mit entsprechender Ausstattung besitzt. 

Der Inhalt des Einkaufswagens wird letztlich auf dem Tablet aufgelistet. An der Kasse kann der Kunde mit dem Tablet einen Barcode generieren. Dieser wird an der Kasse selbst gescannt – und das war es dann schon. Nach dem Bezahlen kann der Kunde das Geschäft verlassen. 

Kamera für die Kassen

Ob der Inhalt des Warenkorbs mit der Liste auf dem Tablet übereinstimmt, könnte künftig spezielle Kameratechnik überwachen, die über der Kasse installiert wird. Die Tablets werden beim Verlassen des Ladens zurück in die Station gesteckt, um dort zu laden.

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