Tierische Suche in Trümmern

Memeler Straße: Rettungshundestaffeln üben in Abrisshäusern

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Bewegung im Trümmerfeld will gelernt sein: Die Polizei hatte bei einer Übung ein Loch in die Wand gesprengt.

Altena - Die Abrisshäuser der Altenaer Baugesellschaft an der Memeler Straße sind begehrt. Bei Spezialeinheiten der Polizei, bei der Feuerwehr und bei Rettungshundestaffeln. Am Mittwoch waren die Einsatzkräfte wieder in den Gebäuden unterwegs.

Zwei von ihnen, die Rettungshundestaffel Märkisches Sauerland aus Attendorn und die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Iserlohn, haben sich dort zu einer Übung getroffen. Da die ehemaligen Mietshäuser zumindest in Teilen schon Ruinen gleichen, eignen sie sich gut für die sogenannte Trümmersuche.

Sie wird notwendig nach Zugunglücken, Flugzeugabstürzen, Unfällen in Tunnels – und eben nach Gebäudeeinstürzen, berichtet André Scheermann, Zugführer bei der Rettungshundestaffel Märkisches Sauerland. „In der Regel läuft der Rettungshund frei und nach Anweisung des Hundeführers über die Trümmer. Jeder Fund wird durch Bellen angezeigt.“ So versteckten sich Teilnehmer der Übung in verschiedenen Räumen.

Die Hunde hatten die Aufgabe, die Personen – ihrer feinen Nase folgend – aufzuspüren. Zwei Vertreter der Feuerwehr begleiteten die Übung, das THW sorgte für gutes Licht in der einsetzenden Dunkelheit. Die Vielfalt der Hunderassen, die die 15 Teilnehmer auf dem Breitenhagen zusammenführten, war beachtlich: Sennenhunde, Shepherds, Riesenschnauzer und Bordercollies, Retriever, Terrier, Labradore und zwei weiße Schäferhunde waren dabei.

Sie alle eignen sich für die anspruchsvollen Aufgaben eines Rettungshundes. Chihuahuas wegen ihrer Größe und Möpse wegen ihrer deformierten Nase eigneten sich dagegen weniger, hieß es mit einem Augenzwinkern aus dem Kreis der Teilnehmer. Und wie wird ein Vierbeiner zum Rettungshund? André Scheermann beschreibt das Prozedere: Bevor es in den Einsatz gehen kann, müssen Prüfungen bestanden werden.

Zuerst die Begleithundeprüfung, bei der Gehorsam und Sicherheit in der Umgebung gefordert wird. Nächste Aufgabe ist die Vorprüfung, also Flächen- oder Trümmersuche. Vom Hundeführer werden theoretische Kenntnisse gefordert. „Das ist Erste Hilfe oder der Umgang mit Karte und Kompass“. Bis zu drei Jahre dauert es, bis ein Team die Hauptprüfung absolvieren kann. Die Anforderungen sind hoch: Das Suchgebiet ist bis zu 35 000 Quadratmeter groß. Das Team hat nur 25 Minuten Zeit, eine Person zu finden.

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