KIKA zu Besuch

TV-Sendung "Kann es Johannes?" zu Gast bei der Jugendfeuerwehr Altena

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Moderator Johannes Büchs wird in Altena vom „persönlichen Trainer“ dieser Episode, Felix Grass, angeleitet. Der 13-Jährige ist seit vielen Jahren Mitglied der Kinder- und Jugendwehr. „Aus Interesse.“

Altena - Ungewöhnlich viele Autos parken an diesem Dienstag am Feuerwehrgerätehaus auf Rosmart. Männer tragen Fernsehkameras auf ihren Schultern, weitere hantieren mit riesigen Mikrofonen. „Psstt, sprechen Sie besser nicht, hier wird gedreht“, raunen zwei Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Altena ist Schauplatz einer weiteren TV-Folge des Kinderkanals KIKA und Check Eins mit dem Titel „Kann es Johannes?“

Es piept! Wir haben einen Einsatz! Komm, Johannes...“ Ruhig, sachlich und klar spricht Felix Grass, Mitglied der Kinder- und Jugendfeuerwehr der Stadt in der Fahrzeughalle auf Rosmart Johannes Büchs an und hält einen schwarzen Pieper hoch. Der Mann trägt, wie der 13-Jährige, Feuerwehrkluft inclusive Helm und will vom Altenaer Nachwuchs-Feuerwehrmann an diesem und den kommenden Tagen wissen, „wie geht Feuerwehr eigentlich?“

Altenas Kinder- und Jugendfeuerwehrwart Kai Spelsberg im Gespräch mit dem WDR-Drehteam auf Rosmart. Er holte den Dreh nach Altena.

Derweil surren die TV-Kameras im ansonsten Mucksmäuschen stillen Fahrzeugraum. Altena ist Schauplatz einer weiteren TV-Folge des Kinderkanals KIKA und Check Eins mit dem Titel „Kann es Johannes?“ Und so kommt neben dem Sprössling von Altenas Wehrchef Alexander Grass fast noch die gesamte Kinder- und Jugendfeuerwehr der Burgstadt zu Fernseh-Ehren. 

Aber der Reihe nach: „Kann es Johannes?“ ist, so steht es auf der Homepage des Senders und in Wikipedia, eine deutsche Reality-Fernsehsendung, die Kindern bevorzugt einzelne Sportarten näherbringen soll. Doch auch gesellschaftsrelevante Aufgaben, wie etwa die einer Feuerwehr, sollen Kindern anschaulich erklärt werden. Man interessiere sich für alles, was Kinder und Jugendliche von der Couch hole und sie zum Nachmachen, Nachhaken und eventuell sogar zum Eintritt in einen Verein oder - wie in Altena - die Jugendfeuerwehr begeistern könnte.

Auch das richtige Sitzen im HLF auf dem Weg zum Einsatzort muss geübt und erlernt werden.

Das sagt der Regisseur Tobias Zydra über den Anspruch der jeweils 25 Minuten Filme. Akteur und Moderator Johannes Büchs wurde durch das Nachrichtenmagazin für Kinder und Jugendliche ,Neuneinhalb’ und die Kindersendung ,Die Sendung mit der Maus’ bekannt. 

Altena überzeugt bei Bewerbung

Ein paar weitere Worte zum Konzept: Johannes hat zwei Tage beziehungsweise 48 Stunden Zeit, sich von einem Kind eine Sportart oder – wie in Altena – die Arbeitsweise der Jugendfeuerwehr erklären und beibringen zu lassen. Danach soll er eine Aufgabe in dieser Sportart meistern. 

Schafft er es, zu gewinnen, soll das deutlich machen, dass er gelernt hat, diese Sportart oder das Ehrenamt zu beherrschen. Kai Spelsberg, Jugendfeuerwehrwart in Altena, hatte die Idee, sich für „Kann es Johannes?“ zu bewerben. „Uns hat die Art und Weise, wie Altena an uns herangetreten ist, interessiert. Das war witzig“, sagt Regisseur Tobias Zydra. Er ist von Montag bis Donnerstag mit einem zehnköpfigen Team in der Burgstadt.

Kamerascheu? Ein Fremdwort für den Altenaer Wehrnachwuchs.

Auch wenn alles beim Betrachten eines Films am Ende federleicht oder spielerisch aussieht, „das ist wirklich Arbeit. Arbeit. Arbeit“, sagte Kai Spelsberg und grinst. Er sprach im Verlaufe der vier Drehtage seinen „Komparsen“ von der Jugendfeuerwehr ein dickes Lob aus. 

„Alle, wirklich alle, haben Spaß und sind mit Eifer dabei. Mal ehrlich, wann hat man die Gelegenheit, in den Ferien in einem Fernsehfilm mitzuwirken, auch wenn es für uns hier in Altena nicht der erste ist?“, sagte er. BMX, Kart fahren, Parcours, Rollstuhlbasketball oder, wie in Altena, eben Retten, Löschen, Bergen, Helfen bei der Feuerwehr: Kann man so etwas in nur 48 Stunden lernen? 

Am ersten Tag schon viel gelernt

Moderator Johannes Büchs zieht die Schultern hoch, sagt knapp und sehr freundlich „mal sehen. Es hat bei mir nicht immer geklappt. Aber die Mädchen und Jungs hier sind große Klasse. Ich bin guter Dinge.“ 

Und so probt er immer wieder das schnelle Anlegen der Feuerwehrjacke, das Laufen unter Atemschutz, das Hinaufklettern einer Leiter, das Einsteigen in eines der schweren roten Autos. „Das hier ist ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, ein HLF 20. Das habe ich gleich am ersten Tag gelernt“, lacht er und bringt den Zungenbrecher problemlos über die Lippen. „Felix hat mir auch erklärt, dass das Fahrzeug Wasser, Leitern, Schläuche und Spezial-Werkzeug mitführt. So könnten Wehrleute zum Beispiel bei einem Unfall Betroffene bergen und notfalls sogar mit schwerem Gerät aus einem Auto schneiden.“

Warten auf das Ausrücken: Mit Helm und in voller Montur waren die Kinder und Jugendlichen beim TV-Dreh mit Spaß dabei.

Johannes Büchs kann gut mit Kindern. Er lobt, er nimmt sich zurück. Er gibt den Jungen und Mädchen das Gefühl, wirkliche und anerkannte Experten zu sein. So wie seinem Trainer-Partner beim Dreh in Altena: Dem 13-jährigen Felix Grass. Der bleibt stets cool, ruhig und doch irgendwie überzeugend. 

"Kinder sind bei uns die Experten"

Beispiel: Als Regisseur Tobias Zydra eine Szene drehen lässt, in der alle Kinder – mittendrin Johannes und eben Felix – nach Alarm auf dem Pieper zum Einsatzfahrzeug laufen, kommt es ganz im Sinne von Johannes Büchs aus dem Mund von Felix: „Merk dir bitte: Immer erst die Ruhe bewahren. Das ist die Hauptsache...“ 

Und sanft, ganz sanft, schiebt Felix seinen „Lehrling“ sogar in das rote Einsatz-Fahrzeug, klettert anschließend ebenfalls in den Fond und schließt die Tür. Johannes Büchs: „Das genau ist das Konzept der Sendung. Nicht Erwachsene, sondern Kinder sind bei uns die Experten. Sie haben das Fachwissen, sie geben es weiter und sie fungieren als Lehrer und Einweiser.“ Längst hat Kai Spelsberg das Garagentor für das „rote Auto“ geöffnet, die Kinder habe ihre Helme angelegt, das Blaulicht und Martinshorn sind im Einsatz. 

Büchs: „Bei der Hilfe, die ich hier bekomme, freu ich mich fast auf meine Challenge.“ Dann wissen auch Felix und seine Kameradinnen und Kameraden, ob Büchs in seiner Lehrzeit von zwei Tagen alles verstanden hat, was sie ihm beigebracht haben und dann wird die zentrale Frage der Sendung ohne Wenn und Aber beantwortet: Kann es Johannes?

Weitere Infos zur Sendung

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