Repair-Café im Stellwerk startet gut durch

Peter Weber (r.) ist neben Detlef Rudewig ehrenamtlicher Helfer im Repair-Café. Er machte am Donnerstag gleich die erste Besucherin, Dagmar Schmidt, glücklich. Ihre beiden Stereoradio-Recorder mit Cassettenlaufwerken funktionieren wieder. Foto: Bonnekoh

Altena -  Dagmar Schmidt hört gerne Musik. „Wenn ich töpfere, aber auch bei der Küchenarbeit“. Und deshalb hat sie sowohl in ihrer Hobbywerkstatt als auch neben Herd, Kühlschrank und Backofen Stereoradiorecorder mit Cassettenlaufwerk stehen.

„Beide funktionieren aber nur noch einschränkt!“, sagte sie am Donnerstag, als sie als erste „Kundin“ das neue Repair-Café im Stellwerk gegen 15 Uhr an der Lüdenscheider Straße betrat. Ihr Fachhändler habe ihr geraten, die Geräte zu entsorgen. Eine Reparatur sei zwar möglich, aber ganz sicher teurer als die Anschaffung neuer Geräte. „Ich wollte mich aber einfach nicht davon trennen, weil es sich um Geschenke handelt“, sagte die Frau.

15 Uhr war Dagmar Schmidt im Stellwerk – 17 Uhr verließ sie es freudestrahlend wieder. Das ehrenamtlicher Helferteam um Klaus Löttgers, allen voran Peter Weber, hatte ihre defekten Geräte wieder „gängig gemacht. Alles funktioniert. Und das Schöne dabei: Ich konnte sogar helfen“, freute sich Dagmar Schmidt. Zwischendurch, als Weber und weitere Kollegen „prüften, schraubten, ein Reinigungsband durch das Tape laufen ließen“ und vieles mehr anstellten, um erfolgreich zu sein, hatte sich Dagmar Schmidt „sogar eine Tasse Kaffee gegönnt. Toller Service hier“, lobte sie.

„Es ist gut gelaufen. Fast möchte ich sogar sagen sehr gut“, bilanzierte Klaus Löttgers vom Generationentreff Knerling Tag Eins des neuen Angebotes. Von ihm wurde die Repair-Café-Idee maßgeblich mit entwickelt. „Wir hatten einfach gut zu tun.“ Und er räumte gleich mit einem möglichen Vorurteil auf. „Wir nehmen wirklich dem Fachhandel keine Reparaturaufträge weg. Es ist einfach unser Bestreben, mit Besuchern zu versuchen, lieb gewordene und oft auch technisch in die Jahre gekommene Geräte gemeinsam wieder flott zu kriegen. In Fachwerkstätten würde sich so ein Aufwand oft ganz bestimmt gar nicht rechnen.“

Annette Wesemann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, koordiniert das Repair-Café. Sie legte bereits am Donnerstag mit dem Helferteam fest: Tag Zwei im Repair-Café ist der 24. April. Dann erwartet Klaus Löttgers mit seinen Kollegen wieder Gäste von 15 bis 18 Uhr an der Lüdenscheider Straße.

Von Johannes Bonnekoh

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