Repair-Café geht an den Start

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Der Werkzeugkoffer von Bernd Erbschloe ist schon um die Welt gereist. Er und Klaus Löttgers (links) eröffnen jetzt im Generationentreff am Knerling ein Repair Café. Sie stellen das Projekt in Kürze der Stellwerk-Runde vor

ALTENA -  Bernd Erbschloe hat an Luxuslinern in der Meyer Werft Papenburg mitgebaut - jetzt kümmert er sich um die kaputten Toaster und durchgeschmorten Waffeleisen der Altenaer. Er und Klaus Löttgers betreuen das neue Repair Café im Generationentreff Knerling, das in der kommenden Woche durch das Stellwerk ins Leben gerufen wird. Die beiden Allrounder haben viel Ahnung vom Reparieren. „Und wir wollen unser Wissen nicht mit ins Grab nehmen!“

Das dynamische Duo hat schon einen Raum in der ehemaligen Grundschule Knerling hergerichtet, wo der sparsame Bürger Spaß am Wiederherrichten entwickeln kann. Repair Café bedeutet nämlich nicht, seine kaputte Kaffeemaschine abzugeben, auswärts Kaffee zu trinken und später repariert wieder abzuholen. Die Idee ist, unter fachkundiger Anleitung zu lernen, wie die Dinge wieder zu richten sind.

Mit Bernd Erbschloe (83) und Klaus Löttgers hat das Stellwerk die Richtigen für diesen Job aufgetan. Erbschloe war Elektriker und Elektroingenieur bei Siemens, arbeitete später als Fernmeldetechniker und Konzessionsträger im Fernmeldewesen bei Graetz und „endete“ schließlich bei Philips als Montageleiter und Projektingenieur. Klaus Löttgers (70) ist ausgebildeter Installateur und sammelte in seinem Berufsleben bei den Walzwerken Einsal, der Firma Voßwinkel, beim städtischen Baubetriebshof und den Stadtwerken Unmengen von Reparatur-Erfahrung. „Ich bin der Mann fürs Grobe, Bernd der Mann für die Energie“, erklärt er lachend. Durch ihr ehrenamtliches Engagement am Knerling sind sie gute Freunde geworden. Neue soziale Kontakte hat Bernd Erbschloe gebraucht, nachdem er nach Jahren auf Montage im Ruhestand am Knerling erstmal Fuß fassen musste, obwohl er schon viele Jahre mit seiner Familie dort ansässig war. Der Generationentreff ist heute die zweite Heimat der beiden Männer. Die wollen nun einen Werkzeug- und Maschinenfundus ansammeln, damit nicht nur geschraubt, sondern vielleicht auch gebohrt und geschliffen werden kann im Repair Café.

Warum viele Geräte heute auf dem Müll landen, kann sich Bernd Erbschloe gut vorstellen: Nicht nur die mangelnde Langlebigkeit, sondern auch die Hemmschwelle vor dem Öffnen eines Geräts lässt vieles im Abfall landen, was noch zu gebrauchen wäre. Diese Ängste sollen genommen werden. In lockerer Runde, bei einem Tässchen Kaffee. - von Ina Hornemann

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