Remise der Burg Altena wird wieder aufgebaut

Schon beim Abbau wurde genau dokumentiert, was wo stand. Der entsprechende Plan hilft Charles Karikari, Wilfried Knepper und Hotte (Horst) Kahnert (von links) beim Wiederaufbau der Remise.

ALTENA - Wie ein Puzzle wird die Remise auf der Burg Altena wieder aufgebaut. Das relativ junge Fachwerkhaus soll den Betonaufbau des Burgaufzugs stilecht verkleiden.

„Endlich erhält das historische Burgensemble seine gewohnte Optik wieder“, freut sich Bernadette Lange, Museumspädagogin des Märkischen Kreises. Im letzten Jahr musste das Kutschengebäude weichen. Da sein Fundament nicht auf Fels ruhte, befürchteten Fachleute, dass das Bauwerk bei den Sprengungen und Schachtarbeiten zum Bau des Burgaufzugs Schaden erleiden könne. Stück für Stück wurde die Remise deshalb von der Firma Knepper aus Dortmund abgebaut und im Lager des Burgrestaurators in der Nette zwischengelagert.

„Wir haben alle Hölzer bemaßt, traditionell mit Handwerkszeichen markiert und kartiert“, erklärt Geschäftsführer Wilfried Knepper. Der Maurer und Restaurator hat sich mit seiner Firma auf die Restaurierung von Fachwerkhäusern spezialisiert. Über 80 Referenzobjekte können er und seine Mitarbeiter vorweisen, darunter auch im Freilichtmuseum Hagen und in Hattingen.

Für traditionelle Handwerkskunst steht auch Altgeselle Hotte (Horst) Kahnert Der Zimmermann dokumentiert seine Zugehörigkeit zu seiner Zunft auch durch seine traditionelle Kluft bestehend aus Schlapphut, Weste und Zunfthose. „Wir arbeiten zu 90 Prozent mit Materialien wie Eiche, Lehm und Kalk. Was wir machen, ist echte Handarbeit“, erläutert der Zimmermann. Er schöpft aus 46 Jahren Berufserfahrung, die er auch im Prüfungsausschuss der Handwerkskammer in Dortmund einbringt. Der dritte im Bunde ist Charles Karikari, seit 16 Jahren Maurergeselle bei Knepper und mittlerweile Deutscher. Geboren wurde er in Ghana.

Wilfried Knepper legt viel Wert auf ein gutes Team. „Wir arbeiten Hand in Hand, da muss jeder Griff sitzen“, sagt er. In einer Woche haben sie bereits den Sockel aus Bruchsteinen gemauert und die ersten Fachwerkbalken wieder aufgebaut. Dabei mussten acht Fachwerkhölzer ausgetauscht werden, weil sie marode waren. Ansonsten wird die Remise aus der Originalsubstanz wieder zusammengesetzt. Alles übrigens unter den kritischen Augen von zwei Mitarbeitern der Stadt: Jürgen Wagner von der Unteren Denkmalbehörde und Sebastian Jülich von der Projektleitung des Burgaufzugs.

Beim Aufbau müssen dabei kleine Veränderungen vorgenommen werden. Der Aufzugsschacht macht das Fenster auf der linken Seite sinnlos, es wird zugemacht. Auch reicht der Aufzugsausstieg soweit in die Höhe, dass die Deckenbalken darüber gerundet und gekürzt werden müssen. Etwa vier Wochen rechnen die Fachleute, bis alles steht. Verputzt wird allerdings erst nächstes Jahr. „Da ist noch Bewegung im Holz, das muss sich erst setzen“, so Knepper.

Unterdessen musste sich der Hauptausschuss am Montag in nicht öffentlicher Sitzung mit einer ersten größeren Kostenüberschreitung beim Aufzugsbau beschäftigen: Die Abdichtung des Zugangsstollens war aufwändiger als erwartet. Zum Verschweißen von Plastimanschetten an den Ankern wurden 80 000 Euro mehr gebraucht, als im Vorfeld erwartet worden war. Der Ausschuss stellte entsprechende Mittel zur Verfügung. - pmk

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