Elf Personen erleiden Verletzungen "leichterer Art"

Reizgas-Angriff im Lidl in Altena: Polizei fahndet weiter nach dem Täter

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[Update 21.30 Uhr] Altena - Großeinsatz für Polizei und Feuerwehr am Montagabend in Altena! In der Filiale des Discounters Lidl an der Werdohler Straße hat laut Polizei ein Mann, der etliche Whiskey-Flaschen klauen wollte, "im Gang mit Reizgas in die dortigen Regale und auf den Boden" gesprüht. Die Fahndung nach dem Täter (Beschreibung weiter unten im Text) läuft noch. Der Mann ist weiterhin flüchtig, wie ein Sprecher der Polizei am Dienstagabend auf Anfrage sagte.

Gegen 19 Uhr hatte der Mann am Montagabend den Lidl-Markt an der Werdohler Straße betreten. "Der junge Mann hatte die Absicht, eine komplette Tasche mit Whiskey-Flaschen zu stehlen. Als er durch eine Angestellte angesprochen wurde, leerte er die Tasche wieder und sprühte im Gang mit Reizgas in die dortigen Regale und auf den Boden. 

Im Anschluss daran flüchtete er bislang unerkannt in die Dunkelheit", heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei, die damit die Berichterstattung unserer Redaktion bestätigte.

Die Polizei sprach zunächst von 18 Verletzten. Der Märkische Kreis nannte auf seiner Facebookseite indes die Zahl von elf Verletzten, die in Krankenhäuser nach Lüdenscheid, Iserlohn und Plettenberg transportiert worden seien. 

Am Dienstagmorgen bestätigte auch die Polizei, dass bei dem Vorfall elf Personen Verletzungen "leichterer Art" davon getragen haben. 

Die Ermittlungen der Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung dauern an. Hinweise zum Täter nimmt die Polizei in Altena entgegen.

So wird der weiter flüctige Täter beschrieben:

  • männlich
  • dunkler Teint
  • ca. 25 bis 35 Jahre alt
  • kleiner Zopf
  • ca. 165 cm groß 

Unter Atemschutz hatten Feuerwehrleute noch am Montagabend den Stoff, den der Täter versprüht hatte, untersucht. "Allerdíngs konnten wir schnell Entwarnung in Sachen weiterer Gesundheitsgefährdung geben", sagte Patrick Slatosch, Sprecher der Wehr auf Anfrage. 

Zwar schloss der Lidl-Markt am Montag sofort nach dem Vorfall. Das Geschäft eröffnete aber am Dienstagmorgen wieder seinen Betrieb zu den regulären Geschäftszeiten.

Slatosch erklärt, dass der Vorfall als "Massenanfall an Verletzten" (Manv 25) gewertet werde. Deshalb habe man auch sofort nach der Alarmierung Großalarm ausgelöst. 

Dank der Altenaer Wehr nach Iserlohn und Hagen

Und im Nachgang zum kräftezehrenden Einsatz dankt er einer Vielzahl von Feuerwehrkollegen aus dem Umland (unter anderem Iserlohn und Hagen) sowie dem DRK für ihre Hilfe. 

So entsandte die Feuerwehr Iserlohn beispielsweise eine Spezial-Komponente für die Versorgung der Verletzten. Auch der Kreisbrandmeister, der Einsatzleitwagen 2 und die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst des Märkischen Kreises waren im Einsatz. 

Insgesamt waren es etwa 100 Einsatzkräfte. Am Kraftwerk Elverlingsen zwischen Werdohl und Altena war ein Bereitstellungsplatz eingerichtet worden.

Die Abteilung Katastrophenschutz des Deutschen Roten Kreuzes war ebenfalls vor Ort an der Werdohler Straße.

Keine Details zum Unfang der Fahndungsmaßnahmen

Die Polizei nahm direkt nach dem Eintrefffen vor Ort am Montag gegen 19.15 Uhr die Fahndung auf. Daran beteiligt waren Polizeikräfte aus verschiedenen Kreisstädten, die umgehend hinzugezogen wurden. "Wie viele Beamte und Wagen wir im Einsatz hatten, dazu gibt es keinen Kommentar", hieß es dazu aus der Pressestelle der Polizei.

Noch einmal zurück nach Altena. Hier waren die Mitarbeiter der hauptamtlichen Feuerwache, der Löschzug 1, ein Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und die Wehrführung vor Ort. 

Werdohler Straße zeitweise komplett gesperrt

Die elf Leichtverletzten wurden durch Notärzte gesichtet und durch den Rettungsdienst versorgt. Ein Teil von ihnen wurde in umliegende Kliniken, unter anderem nach Werdohl, Lüdenscheid und Iserlohn, transportiert. Das übernahmen Feuerwehr, Rettungsdienst und Deutsches Roten Kreuz.

Der gesamte Einsatz dauerte mehr als zwei Stunden. Die Werdohler Straße (Bundesstraße 236) war zeitweise voll gesperrt.

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