Sicherungsmaßnahmen sind vorerst nicht geplant

In Höhe der Schrottimmobilie Schwarzenstein kam es vor mehr als zwei Jahren zu einem Felsturz.

ALTENA ▪ Die Straßenränder im Lennetal kosten den Steuerzahler viel Geld. Aber auch für den Landesbetrieb Straße.NRW sind sie „echte Sorgenkinder“, wie Michael Overmeyer, Sprecher der Landesbehörde, bestätigt.

Nach den nunmehr anstehenden Sanierungsarbeiten in Höhe der Steinernen Brücke stünden aber nach seiner Kenntnis keine weiteren gravierenden Felssicherungsmaßnahmen auf Altenaer Stadtgebiet an (AK berichtete).

„Wir müssen unterscheiden“, sagt Overmeyer, „und zwar zwischen den regelmäßigen Beräumungen der Strecke entlang der B 236 und aufwändigen Sicherungsmaßnahmen.“

So erinnerte er zum Beispiel an einen Felsabgang in Höhe Winkelsen (Schwarzenstein) vor einigen Jahren, als tonnenweise Gestein auf Gehsteig und Fahrbahn stürzten. Dort – wie im weiteren Straßenverlauf Richtung Werdohl – wurde es für den Steuerzahler in der Folge richtig teuer. Der Landesbetrieb Straße.NRW ließ das Felsgestein neben der Straße aufwändig vernetzen und teilweise sogar Fangzäune als als eine Art Galerie am Straßenfuß in Höhe der Schutzplanken anbringen. So etwas gehe ganz schön ins Geld, sagt Overmeyer, und der entsprechende Haushalt seiner Behörde „steigt von Jahr zu Jahr“.

Am Winkelsen ist mittlerweile der Fangzaun defekt. Deshalb wird in Kürze ein Geologe vor Ort gehen, ihn neu aufmessen und gegebenenfalls wird die Sicherung dann auf vermutlich bis zu 40 Metern Länge erneuert. Das gilt auch für den Hang an der Lüdenscheider Straße unterhalb des Schmalenbach-Kollegs. Hier hat der Geologe aber nur den Auftrag, den Gesamtzustand zu begutachten.

Zurück zur Beräumung: Die nimmt der Landesbetrieb nicht mit eigenem Personal der für Altena zuständigen Straßenmeistereien aus Lüdenscheid und Herscheid vor. „Wir beauftragen ein externes Unternehmen.“ Deren Mitarbeiter „klopfen“ dann im wahrsten Wortsinne die felsigen Straßenränder ab und helfen so, Gefahrenpunkte auszuhebeln. Erst unlängst hatten Bürger wieder unserer Zeitung von bis zu faustgroßen Steinstücken berichtet, die kurz vor dem Ortseingangsschild Nachrodt aus Richtung Letmathe am Straßenrand liegen würden.

Eine aufwändige Felssicherung wird zurzeit im Hönnetal zwischen Menden und Balve betrieben. Dort haben Bäume in vielen, vielen Jahrzehnten durch ihr Wurzelwerk den Fels durchdrungen und quasi gesprengt. Tonnenweise war hier Kalkstein abgegangen.

Auch Schnee und Eis sowie Frost sind eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle. „Es sieht sicherlich schön aus, wenn die Felsen an den Straßenrändern mit dicken Eisschichten überzogen sind. Aber das birgt auch die Gefahr, dass beim Schmelzen Gestein abplatzen kann.“ ▪ Von Johannes Bonnekoh

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