Erwartetes Krankenhaus-Aus

Nur die Küche funktioniert noch. Ansonsten ist das Krankenhaus „vom Netz genommen“. Wie es weitergehen soll, ist im Moment völlig offen.

Altena - Unerwartet kam es nicht, das Ende des St. Vinzenz-Krankenhauses. Das zeigten gestern die ersten Reaktionen. „Wir haben ja gesehen, wie es immer mehr bergab ging“, sagte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein.

Die Bezirksregierung sei von der Schließung informiert gewesen. Das sagte gestern deren Pressesprecher Benjamin Hahn. In Arnsberg laufen die Fäden für die Krankenhausbedarfsplanung zusammen, im zuständigen Dezernat musste überprüft werden, ob gesetzliche Vorgaben noch erfüllt werden.

Im Märkischen Kreis gebe es auch nach der Schließung des St. Vinzenz-Krankenhauses genügend Betten, erklärte Hahn. Vorgeschrieben sei auch, dass jeder Bürger in NRW im Umkreis von 20 Kilometern ein Krankenhaus mit einer Chirurgie und einer inneren Abteilung vorfinden müsse. Auch das sei nach wie vor gewährleistet. Wenn ein Krankenhausträger sich aus wirtschaftlichen Gründen zur Schließung gezwungen sehe, könne die Bezirksregierung dagegen ohnehin nicht vorgehen.

Der Insolvenzverwalter agiere nach dem Motto „zerschlagen und verscherbeln“ – diese Befürchtung wurde gestern immer wieder laut. Geht es Achim Thiele wirklich darum, das wirtschaftlich unattraktive Krankenhaus abzustoßen, um die Vermarktungsmöglichkeiten für das für Investoren wohl interessantere Pflegeheim zu steigern? Diese und andere Fragen ließ der Dortmunder Rechtsanwalt gestern unbeantwortet.

„Man wird das nicht mehr umkehren können“ – diese ernüchternde Bilanz zog gestern Vormittag der Bürgermeister vor laufenden Fernsehkameras. Es sei leider Fakt, dass kleinere Krankenhäuser kaum noch eine Perspektive hätten. Hinzu kämen im konkreten Fall noch Managementfehler. Hollstein ist nach wie vor der Auffassung, dass eine Reduzierung auf die reine Altenpflege nicht der Weisheit letzter Schluss sei. Für die Stadt erwarte er, dass eventuelle Investoren auch alternativen Konzepten gegenüber offen seien, sagte Hollstein. Die Reaktionen in der Öffentlichkeit zeigten ihm, dass die Schließung des Krankenhauses „ein hoch emotionales Thema“ sei. Auch ihn berühre es sehr, nicht zuletzt wegen der Schicksale der dort arbeitenden Menschen.

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