Neuerliche Corona-Verschärfungen

Zwischen Verständnis und Entsetzen

Außengastronomie Altena Lenneufer
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Eigentlich sollte es bald losgehen mit der Außengastronomie auf der Terrasse Nostalgie.

Kommando zurück – das ist die Devise der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin. Der Lockdown wird verlängert, bereits in Kraft getretene Lockerungen werden zurückgenommen. Reaktionen von Betroffenen:

Das Kino

Wenig überrascht war das Team des Apollo-Service-Kinos von dem Beschluss zur Verlängerung der Corona-Beschränkungen. „Es ist das gleiche Problem wie vorher auch“, sagt Alexander Hollstein, der im Kino mitarbeitet. „Wir würden gerne Filme spielen, wir würden auch gerne wieder arbeiten. Aber es wird immer wieder verschoben.“ Inzwischen hat man sich an diese Situation ein Stück weit gewöhnt. „Wir sind sehr skeptisch und halten uns deshalb auch mit Vorbereitungen wie Einkaufen oder Putzen zurück, bis es wirklich konkret wird“, berichtet Hollstein. Auch wenn es keine Lockdown-Verschärfung gegeben hätte, wäre es schwer gewesen den Betrieb wieder aufzunehmen, vermutet er. „Wir sehen die Infektionszahlen ja auch. Es ist schwer, die Leute ins Kino zu bekommen, wenn vor der Tür alles untergeht.“

Der Sportverein

Bei Rita Hosse, der Vorsitzenden der Turnerschaft Evingsen, ist nach der Lockdown-Verlängerung keine Spur der Enttäuschung zu hören. Im Gegenteil: Sie halte die Entscheidung für absolut richtig und zielführend. „Je enger wir den Gürtel der Enthaltsamkeit ziehen, desto schneller sind wir aus der Situation heraus“, betont Hosse. Sie befürchtet zwar, dass dem Verein Mitglieder verloren gehen könnten, die sich daran gewöhnen, abends auf der Couch auszuspannen, statt Sport zu machen. Trotzdem sagt sie klar: „Es geht um unsere Gesundheit.“ Der Verein wolle in keinem Fall riskieren, dass sich Mitglieder während des Sports anstecken. Hinzu kommt, dass die TS Evingsen ohnehin das April-Ende anvisiert hatte, um den Betrieb wieder aufnehmen wollte. Insofern trifft die Lockdownverlängerung bis zum 18. April den Verein nicht sehr schwer. Im April könne in der Regel der Sportplatz Lindscheid wieder benutzt werden, berichtet Hosse. Dort gibt es viel Platz und vor allem viel frische Luft. Das Infektionsrisiko dürfte tendenziell also etwas geringer sein als in der geschlossenen Sporthalle.

Die Gastronomie

Nilüfer Seker ist entsetzt. Die Betreiberin des Café Nostalgie hatte in großer Vorfreude, dass die Außengastronomie öffnen darf, alles vorbereitet. Die „Bude“ an der Lenneterrasse ist aufgebaut, Tische und Stühle stehen parat. „Ich kann die Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen. Wir desinfizieren Tische und Stühle, wir haben ein gutes Hygienekonzept. Wir achten Abstände, tragen Daten ein. Es wird mit unserer Existenz gespielt und meine Stammkunden vereinsamen.“

„Ich halte inzwischen die gesamte Reaktionen der Poltik für falsch. Wenn wir im letzten Winter alle für ein paar Wochen komplett abgeschlossen hätten, wären wir jetzt weiter. Aber kurz vor der Bundestagswahl muss man sich ins rechte Licht rücken“, sagt Jan Slejfir, Inhaber von Jan’s Radland. Es sei ein Hick-Hack: erst Klick & Meet, dann für einen Tag geöffnet, jetzt wieder geschlossen. „Erklären Sie mal jemanden, dass im Real neben Lebensmitteln auch Fernseher und Fahrräder verkauft werden dürfen, ich das aber nicht tun kann.“ Rad-Interessierten bietet der 56-Jährige jetzt ausführliche Telefon-Beratungen an. Räder werden auf Wunsch nach draußen geschoben. Zudem ist der Werkstattbereich geöffnet, so dass die erheblichen Umsatzeinbußen etwas aufgefangen werden können.

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