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Bewaffneter Überfall in Altena: „Ich guckte direkt in die Waffe“ - 96 Paar Ringe erbeutet

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Ulrike Betzler-Hüttemeister (rechts), ihre Tochter Sabine Schröder und eine Kundin wurden mit einer Waffe bedroht. „Das war wie ein schlechter Film“, sagt sie.
Ulrike Betzler-Hüttemeister (rechts), ihre Tochter Sabine Schröder und eine Kundin wurden mit einer Waffe bedroht. „Das war wie ein schlechter Film“, sagt sie. © Privat

Szenen wie aus einem Krimi spielten sich an der Lennestraße ab, als das Juweliergeschäft Betzler ausgeraubt wurde.

Altena – Überfall in Altena. Der Täter, ein junger Mann, betrat am Donnerstag, 24. November, um exakt 16.36 Uhr das Geschäft. Er trug einen Mundschutz und eine Kapuze, wollte große Beute machen, Gold aus dem Safe haben. Er schrie, warf einen Lidl-Stoffbeutel auf die Theke, fuchtelte mit einer Waffe und bedrohte Ulrike Betzler-Hüttemeister, ihre Tochter und eine Kundin. Doch schon am Abend klickten die Handschellen. Der Räuber, der für Angst und Schrecken gesorgt hatte, wurde festgenommen.

Bewaffneter Überfall in Altena: „Das war wie ein schlechter Film“

Ulrike Betzler-Hüttemeister stand am Freitagmorgen wieder im Geschäft: „Es muss ja weitergehen. Ich möchte mich unbedingt bei der Kundin bedanken“, sagt sie. Und fühlt sich leer. „Das war wie ein schlechter Film.“ In keinem Moment hatte sie Angst. „Auch meine Tochter und die Kundin waren ganz ruhig. Das hat den Täter wohl aus der Fassung gebracht“, erzählt die Geschäftsfrau.

96 Paar Ringe erbeutet: „Gold Safe, Gold Safe“

Der Räuber erbeute 96 Paar modischer Ringe, die er sich in Windeseile schnappte, nachdem er sein eigentliches Ziel nicht erreicht hatte und niemand auf seine Forderungen „Gold Safe, Gold Safe“ eingegangen war. „Er hat furchtbar gebrüllt. Das Brüllen höre ich immer noch“, erzählt Ulrike Betzler-Hüttemeister. Sie war erst hinten im Geschäft, als sie das Geschrei hörte und nach vorne lief. „Ich bin meine fünf Stufen runter und guckte direkt in die Waffe.“ Einen Raubüberfall hat es in all den Jahren bei Betzler nie gegeben, zwar einen Trickdiebstahl, aber nicht einen Vorfall dieses Kalibers.

Raubüberfall in Altena: Juwelierin will sich mit Kundin in Verbindung setzen

Und trotzdem: Ulrike Betzler-Hüttemeister versucht, es mit Arbeit wegzustecken. Und mit Normalität. Sie ging nach dem Überfall am Donnerstagabend mit ihrem Mann Lebensmittel einkaufen. „Es war einfach unwirklich“, sagt sie und ist froh, dass niemandem etwas passiert ist. Von der Kundin, die den Überfall miterleben musste, und die „so taff war“, weiß sie nur den Vornamen, möchte sich unbedingt mit ihr in Verbindung setzen und fragen, wie es ihr geht. Zwei Tage das Geschäft schließen, um mal durchzuatmen, kommt für Ulrike Betzler-Hüttemeister nicht in Frage. „Ich kann dann besser arbeiten.“

Polizei sucht weitere Zeugen

Die Polizei leitete sofort nach dem Überfall eine Fahndung ein, konnte nach einem Zeugenhinweis einen Mann festnehmen. Es ist ein 24-jähriger Altenaer, wie Lorenz Schlotmann von der Polizeipressestelle mitteilt. Die Tatwaffe konnte bisher nicht aufgefunden werden. Die Beute dagegen schon. Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hagen im Laufe des Freitags einem Haftrichter vorgeführt. Die Polizei sucht nach weiteren Zeugen, Hinweise unter Tel. 0 23 51/9 09 90 an die Polizei in Lüdenscheid.

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