Ratsmitglieder arbeiten noch mit viel Papier

Solche Aktenberge haben Altenas Kommunalpolitiker nicht zu bewältigen. Sie setzten aber nach wie vor auf Papier.

ALTENA - In Göttingen verfügt jeder Ratsherr über ein von der Stadt bezahltes i-Pad, in Iserlohn läuft ein entsprechender Versuch – auch auf kommunaler Ebene wird am „papierlosen Abgeordneten“ gearbeitet. Auch in Altena nähert man sich dem Thema an, allerdings noch eher zaghaft.

Im Moment bekommt noch jeder Kommunalpolitiker Einladungen und Vorlagen per Post – das kann für eine Ratssitzung auch schon mal 2,20 Euro Porto kosten. Es ließen sich also beim elektronischen Versand allein für diesen Posten rund 70 Euro pro Sitzung sparen, hinzu kämen Papierkosten und die Personalausgaben. Wobei es im Altenaer Rathaus übrigens keine Druckerei gibt: Ausdruck und Versand der Sitzungsvorlagen sind Sache der jeweiligen Schriftführer.

Für den Rat ist das Veronika Engel, die immerhin berichten kann, dass den Mitarbeitern dafür modernes Equipment zur Verfügung steht – ein Hochleistungskopierer, der in einem Arbeitsgang druckt, sortiert und heftet. Nur eintüten und adressieren muss sie die Vorlagen dann noch von Hand.

Neben den Vorlagen bekommen die Kommunalpolitiker noch andere Unterlagen wie zum Beispiel den fast zwei Kilo schweren Haushaltsplan. Der wird allerdings nicht per Post geschickt, sondern bei einer Ratssitzung persönlich übergeben.

Grundsätzlich denke man im Rathaus darüber nach, ob und wie der elektronische Versand der Unterlagen bewerkstelligt werden könne, verriet Veronika Engel gestern. Ausgelöst wurde das auch von einem bevorstehenden Systemwechsel: Das bisherige Ratsinformationssystem „sira“ wird zum Jahreswechsel durch ein leistungsfähigeres Programm ersetzt, das den „papierlosen Abgeordneten“ auch in Altena ermöglicht.

Allerdings, so deutete Engel gestern an, müsse in diesem Zusammenhang mit den Fraktionen noch über die Modalitäten gesprochen werden – schließlich könne man nicht verlangen, dass sich jedes Ratsmitglied ein i-Pad zulege, auch der Ausdruck von per E-Mail erhaltenen Unterlagen koste Geld. Mit der Aufwandsentschädigung von knapp 190 Euro im Monat seien diese zusätzlichen Kosten eher nicht abgedeckt, vermutet sie .von Thomas Bender

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