Notfalls wird zum Ehrenamt verplichtet

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Keine Wahl ohne genügend Personal. ▪

ALTENA ▪ An gleich zwei Stellen brennt der Stadtverwaltung derzeit etwas unter den Nägeln: Es fehlt zum einen an Freiwilligen für die Abwicklung der Bundestagswahl und an Schöffen für das Jugendgericht – diese werden dem Amtsgericht durch das Jugendamt benannt.

Immerhin 157 Wahlhelfer braucht zum Beispiel Tanja Jäker für den Urnengang am 22. September. Damit müssen 22 Vorstände in den Wahllokalen besetzt werden und fünf Briefwahlvorstände. Zwar gibt es etliche Altenaer, die eine solche Tätigkeit seit Jahren freiwillig übernehmen, die Zahl der Nachrücker auf den jüngsten Aufruf der Stadtverwaltung blieb jedoch äußerst überschaubar. „Vielleicht ein Dutzend“, sagt Tanja Jäker. Es sei ihr keine Wahl geblieben, als einige Helfer „nachzuziehen“, also zur Übernahme des Wahlamtes aufzufordern.

Auf heißen Kohlen sitzt Jugend-Bereichsleiter Wolfgang Friess. Er braucht Jugendschöffen für die Amtszeit ab 2014. Zwar hatten sich auf ein Schreiben an 41 Vereine, Verbände und Parteien immerhin 25 Kandidaten gemeldet, die vom Jugendhilfeausschuss auch allesamt angenommen wurden, doch reicht diese Zahl nicht aus. Darauf wurde das Jugendamt durch ein Schreiben des Amtsgerichts aufmerksam gemacht. Nun muss Friess schleunigst nachmelden, und hat dazu eine Woche – „höchstens eineinhalb“ Wochen Zeit. Hier ist das Prozedere im Übrigen durchaus vergleichbar mit dem bei den Wahlhelfern. „Wenn sich nicht genügend Freiwillige melden, dann muss jemand verpflichtet werden“, erklärt Wolfgang Friess. In dieser Angelegenheit ist der Bedarf mit drei Personen zwar vergleichsweise überschaubar – aber das soll muss erfüllt werden, sonst droht auch hier die Verdammung zum Ehrenamt.

Jugendschöffen müssen mindestens 25 Jahre alt sein (höchstens 70), dürfen nicht vorbestraft sein und müssen seit einem Jahr in Altena wohnen. Freiwillige melden sich unter Tel. 209206 bei Wolfgang Friess oder ab Montag unter Tel. 209234 bei Michael Hammerschmidt. ▪ tk

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