1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Rätselraten nach Glühhauben-Crash: Kreis äußert sich

Erstellt:

Von: Jona Wiechowski

Kommentare

Am Mittwochnachmittag wurde die Glühhaube vor der Fritz-Berg-Brücke für den Abtransport – wieder zur Firma Pilling – vorbereitet.
Am Mittwochnachmittag wurde die Glühhaube vor der Fritz-Berg-Brücke für den Abtransport – wieder zur Firma Pilling – vorbereitet. © Krumm, Thomas

Wie konnte der Glühhauben-Crash an der Fritz-Berg-Brücke am Mittwoch passieren? Jetzt äußert sich der Märkische Kreis.

Altena – Wie berichtet, war ein Schwertransporter auf dem Weg von der Firma Pilling netteabwärts zur Firma Lüling mit der rund 100 000 Euro teuren Ladung an der Brücke hängen geblieben, die dadurch beschädigt wurde. Die Spedition sprach auf Nachfrage von einem Fahrfehler, wies aber auch daraufhin, dass der Fehler nicht nur bei der Spedition gelegen habe: Man habe sich auf eine Höhenangabe verlassen. Aber kann das sein?

Die Kreispolizeibehörde geht bei dem Malheur, wie berichtet, von einem „Unfall mit Sachschaden“ aus, der nach ersten Ermittlungen durch einen Fahrfehler des Fahrers des Schwertransporters verursacht worden war. Auf wen letztlich die Schuld falle und ob beispielsweise eine falsche Höhenangabe für den Unfall mitverantwortlich gewesen sei, müsse ein Gericht oder die Versicherung klären, erklärte Polizei-Pressesprecher Lorenz Schlotmann im Gespräch mit der Redaktion.

Klar ist jedenfalls: Für Schwertransporte braucht es entsprechende Genehmigungen, an denen mehrere Stellen beteiligt sind – so beispielsweise auch der Märkische Kreis. Dessen Pressesprecher Alexander Bange liefert nun Hintergrundinfos, um die Zusammenhänge im Zuge der Genehmigung zu erläutern. Demnach stelle der Transportunternehmer einen Antrag über das sogenannte Vemags-Verfahren, das für „Verfahrens-Management für Großraum- und Schwertransporte“ steht. „Dieser Antrag wird bei der zuständigen Erlaubnis- und Genehmigungsbehörde gestellt“, erklärt Bange. Die Genehmigungsbehörde beteilige abhängig von der Strecke die Autobahn GmbH des Bundes, Straßen.NRW, betroffene Straßenverkehrsbehörden, betroffene Straßenbaulastträger oder die Polizei. Ein Antrag müsse Informationen zum Fahrtweg, Angaben zum Transport (Länge, Breite, Höhe, Gewicht, Anzahl der Achsen und Achslast) sowie die einzusetzenden Fahrzeugkombinationen enthalten.

Wie geschrieben, berichtete ein Mitarbeiter der Spedition von einem Fahrfehler, andererseits aber auch davon, dass man sich auf eine falsch angegebenen Brückenhöhe verlassen habe. Man habe eine Genehmigung für eine Höhe von 5,30 Meter gehabt, sei bei einer Ladungshöhe von 5,18 Meter dennoch an der Brücke hängen geblieben.

Auf die Frage, ob Angaben zur Höhe der Brücke falsch und somit möglicherweise mitverantwortlich für das Missgeschick waren, erklärt Bange: „Unserer Kenntnis nach sind in dem Genehmigungsbescheid der Erlaubnisbehörde keine Angaben zur Brückenhöhe enthalten.“ Ferner sei die Erlaubnis- und Genehmigungsbehörde in diesem Fall die Stadt Friedrichshafen gewesen. Speditionen haben Wahlrecht und können sich andere Behörden aussuchen, wenn sie auch dort einen Firmensitz haben.

Zur Rolle des Märkischen Kreises sagt Bange: „Der Märkische Kreis wurde in dem Verfahren angehört. Daraufhin haben wir, wie in solchen Fällen üblich, ein sogenanntes „Gebündeltes Anhörverfahren“ durchgeführt. Das bedeutet: Wir bündeln die Stellungnahmen des Straßenbaulastträgers, der Verkehrsbehörde und der Polizei.“

Jeder Vemags-Bescheid müsse laut Bange bestimmte allgemeine Auflagen enthalten – und nennt einige Beispiele. So müsse der Bescheidempfänger unmittelbar vor Transportbeginn prüfen, ob die in der Erlaubnis beziehungsweise Ausnahmegenehmigung festgelegten Maße und Massen, insbesondere die vorgeschriebene beziehungsweise genehmigte Höhe eingehalten und ob der genehmigte Transportweg für die Durchführung des Transportes tatsächlich geeignet sei (Linienführung, Zustand und Breite der Straße und Brücken, Bahnübergänge einschließlich Oberleitungen,Verkehrsbeschränkungen, Sperrungen und Umleitungen). Bei Überhöhe sei die Prüfung zusätzlich in Bezug auf das Lichtraumprofil und Freileitungen vorzunehmen.

Bange: „Um sicherzustellen, dass die Auflagen eingehalten werden können, muss während des gesamten Transportes eine sachkundige Person anwesend sein.“

Auch interessant

Kommentare