Qualitätsanalyse: Bestnoten für die Realschule

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Schulleiter Heribert Hertel und Kollegin Anja Schaube.

ALTENA - Vor drei Jahren war die Richard-Schirrmann-Realschule an der Nettestraße 58 bis 60 die erste ihrer Art, die sich kreisweit einer vom Land verordneten Qualitätsanalyse stellen musste. Das Ergebnis ist bekannt: „Wir haben damals mit gut abgeschnitten“, so Schulleiter Heribert Hertel.

Jetzt darf der Rektor und sein 16-köpfiges Pädagogenteam zusammen mit der ganzen 321-köpfigen Schulgemeinschaft in 12 Klassen noch einmal stolz sein. Denn nach drei Jahren stellte sich die Richard-Schirrmann-Realschule erneut einer unabhängigen externen Qualitätsüberprüfung. Ergebnis: „Noch besser, als vor zwei Jahren.“ In Noten ausgedrückt attestierte eine Dortmunder Wissenschaftlerin der Schule so etwas wie eine Eins minus (1-).

Nach dem Besuch der externen Prüfer gründete das Kollegium vor drei Jahren einen eigenen Steuerkreis. Dem gehört auch Lehrerin Anja Schaube an. Sie zieht – mit der Schulleitung – seit dieser Zeit wesentlich die Fäden, wenn es darum geht, als Lehranstalt noch besser zu werden und den Alltag in vielen Bereichen auf den Prüfstand zu stellen und ständig zu optimieren.

In den letzten Wochen kamen keine Prüfer in das Gebäude, dieses Mal gab es einen Online-Tüv. Die Richard-Schirrmann-Realschule bediente sich des Computer gestützten Systems Seis. Das steht für „Selbstevaluationsinstrument für Schulen“ und basiert auf der Qualitätsanalyse des Schulministeriums NRW aus dem Jahr 2008.

Schüler der fünften und zehnten Jahrgänge, aber auch ihre Eltern, das Kollegium und alle an der Nettestraße 58 bis 60 beschäftigten Personen (Sekretariat, Hausmeister, externe Helfer), mussten je 230 Fragen am PC beantworten. Jeder für sich und jeder anonymisiert. Die Ergebnisse flossen ein in die Gesamt-Schulbewertung.

Gefragt wurde nach der Zusammenarbeit mit anderen, der Qualität des Unterrichts und der Lehrer, der Zufriedenheit mit der Schule als Ganzem, der Schülerunterstützung, der Förderung innerhalb der Schule, der Führung und dem Schulmanagement oder der Schulkultur. Hier seien als Stichworte nur Elternarbeit genannt oder die Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperationspartnern.

Zurück nur Benotung mit Eins minus: Arbeiten wird die Schule an Problembereichen wie der Lehrergesundheit (gemeint ist die immense Belastung neben dem Unterricht, nicht Fehlzeiten wegen Krankheiten), die Förderung der Schülergesundheit, dem Abstellen von Unterrichtsstörungen und einer Verbesserung der Schulkultur in Sachen „Loben“ und dem Feiern von Festen.

Die erste Qualitätsanalyse und ihre Ergebnisse haben auf jeden Fall dazu geführt, dass in der Schule mehr miteinander gesprochen wird. So besuchen Lehrer gegenseitig ihren Unterricht, schauen sich an, wie der Kollege auf die Kinder zugeht. Und: Seit drei Jahren gibt es ein Langzeit-Fortbildungsmodell Methoden-Kompetenz-Schulung.

Schulleiter Heribert Hertel: „Wir leben in einer Zapp-Gesellschaft. Lehrer sind aufgerufen, zu versuchen, den Unterricht zu entschleunigen. Das heißt, sich bewusst Zeit zu nehmen, vom ,Durchzappen‘ auf Standbilder umzuschalten. Davon profitieren alle.“

von Johannes Bonnekoh

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