Mieter müssen wieder selbst ran

Putz-Projekt am Pragpaul gescheitert

Hausflur putzen ist am Pragpaul in Altena wieder Sache der Mieter.
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Hausflur putzen ist am Pragpaul in Altena bald wieder Sache der Mieter.

Ab April putzen die Mieter am Pragpaul wieder selbst. Die Altenaer Baugesellschaft (ABG) hat einen Projektversuch für gescheitert erklärt, den sie im Januar 2020 gestartet hatte.

Altena – Damals hatte sie ein Unternehmen damit beauftragt, Treppenhäuser, Keller und Dachböden der Baugesellschaftshäuser in diesem Quartier zu reinigen. Die Kosten dafür wurden auf die Mieter der rund 250 Wohnungen umgelegt – 15 Euro pro Monat kostete der Service pro Haushalt.

Das war’s in den Augen vieler Mieter nicht wert: Sie bemängelten, dass nicht gründlich genug geputzt wurde. Nachdem die Reinigungsfirma auf entsprechende Hinweise nicht angemessen reagiert habe, habe die Baugesellschaft den Vertrag schließlich gekündigt, erklärt Kornelia Schneider, die im Kundendienst der ABG für den Pragpaul zuständig ist.

Putzplan: Viel Aufwand bei Mieterwechsel

Auf sie kommt jetzt wieder mehr Arbeit zu: Das Thema Putzen hält die Baugesellschaft ganz schön auf Trab. Wenn’s gut läuft, dann läuft es wie von selbst: „Viele Hausgemeinschaften regeln unter sich, wer wann zu putzen hat“, erklärt die Kundenbetreuerin. Wo das nicht funktioniert, da müssen sie und ihre Kollegen ran und die Putzpläne selber schreiben – „und nach jedem Mieterwechsel müssen die dann überarbeitet werden“, erklärt die Fachfrau. „Das ist halt der Service, den wir bieten wollen.“

Das Wohngebiet Pragpaul in Altena.

Nicht nur das Putzen im Haus will organisiert sein, sondern auch das Kehren vor der Haustür, und zwar speziell im Winter. Auch das regeln Pläne. Es sei denn, Hausgemeinschaften einigen sich darauf, dass der Schnee durch ein Unternehmen beseitigt werden soll. Das ist ein ABG-Angebot, das inzwischen viele Mieter annehmen. Die Kosten werden ebenfalls umgelegt und hängen davon ab, wie streng der Winter war.

Putzen - Konfliktpotenzial unter Nachbarn

Natürlich berge die Sache mit dem Putzen Konfliktpotenzial, weiß Schneider. Auf der ABG-Homepage wird beschrieben, was zu tun ist, wenn’s mal nicht klappt: „Bitte sprechen Sie den betreffenden Nachbarn zunächst selbst an“, heißt es dort. „Da scheuen sich aber doch viele“, weiß die ABG-Kundenbetreuerin aus jahrelanger Praxis.

Manchmal gerät die Kehrwoche nur in Vergessenheit. Für solche Fälle gibt es bei der Baugesellschaft Schneekarten beziehungsweise Putzkarten, die sozusagen von Briefkasten zu Briefkasten wandern. Wer fertig ist mit Treppenhaus oder Dachbodenputzen, steckt sie jenem Nachbarn in den Briefkasten, der als nächstes an der Reihe ist.

ABG lässt putzen - betreffender Mieter muss zahlen

Wenn alles nichts hilft, müssen sich Kornelia Schneider und die übrigen ABG-Kundenbetreuer selber um Sauberkeit und Ordnung kümmern – was sicherlich zu den weniger schönen Seiten ihres Jobs gehört. „Manchmal gehen die Meinungen darüber, was sauber ist, ja doch auseinander“, sagt die ABG-Mitarbeiterin.

Wenn gar nichts hilft, scheut die Baugesellschaft auch vor rigiden Maßnahmen nicht zurück: „Wir können zum Mittel der Ersatzvornahme greifen“, erklärt Schneider. Das heißt: Putzt ein Mieter auch nach mehrfacher Aufforderung nicht, dann kann die ABG eine Reinigungsfirma beauftragen und die anfallenden Kosten anschließend dem Mieter in Rechnung stellen.

Neben dem Putzen sind auch Schuhe und andere Dinge, die im Treppenhaus abgestellt werden, ein Thema. Auch dafür gibt es ein Schild – einen so genannten „Türhänger“, wie man sie aus Hotels kennt. Nur steht bei der ABG nicht „bitte nicht stören“ drauf, sondern „Wir müssen mal über die Ordnung im Treppenhaus reden.“

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