Nostaglische Gefühle beim Puppen- und Bärenmarkt

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Erinnerungsstück oder Sammlerobjekt? Die Puppendoktorinnen Margret Bühnen (links) und Christa Körber klärten auch diesen Fall.

ALTENA - Puppen und Bären im Festsaal der Burg Altena – das lockte am Sonntag so manchen Besucher an. Es wurde aber nicht nur gekauft, man konnte seine eigenen „Schätzchen“ mitbringen und ihren Wert taxieren lassen.

Eigentlich wollten Susanne Hoffmann und Jutta Helling aus Iserlohn auf der Burg zu Mittag essen, aber im Radio hatten sie von der Puppen- und Bärenbörse gehört und ließen sich die Gelegenheit für einen kurzen Besuch nicht entgehen. „Der Mecki, den habe ich früher geliebt“, erinnerten sich die Damen an frühere Zeiten, als der Igel in einer Programmzeitschrift als Comicfigur erschien.

Anbieterin Ingrid Altfelder hatte nicht nur zahlreiche Tiere mit dem bekannten „Knopf im Ohr“ dabei, sondern auch drei etwa 100 Jahre alte Porzellankopfpuppen. „Steifftiere sammle ich seit 35 Jahren. Ich verkaufe sie, um mir davon Puppen mit Porzellanköpfen zu kaufen, denn die sind meine wahre Leidenschaft“, berichtet die Dortmunderin.

Erika Rüntjes aus Oberhausen bietet richtig alte Kleidung an. Bei manchen Kleidungsstücken weiß die Sammlerin selbst nicht ganz genau, ob die Kleidchen oder Hemdchen früher von Babies oder großen Puppen getragen wurden. Manches ist auch neueren Datums, wurde aber aus alten Stoffen genäht.

Auch Margret Bühnen und Christa Körber, Puppendoktorinnen aus Dortmund, waren wieder mit dabei. Sie hatten drei „geheilte“ Puppen im Gepäck, die sie an ihre Besitzer zurückgeben wollten. Kleinere „Verletzungen“, wie ein loser Arm an einer Mini-Babypuppe wurden direkt vor Ort verarztet. Gefragt sind die Damen vor allem, wenn es darum geht, den Wert von Puppen zu schätzen. Ein Besucher aus Bad Sassendorf war mit einer Puppe aus dem Nachlass seiner Mutter angereist. „Die ist schon alt, ich weiß aber nur, dass sie aus Kanada kommt“ erklärte er. Ein wenig enttäuscht reagierte er auf die Antwort der Sammlerinnen: „Richtig alt ist sie nicht. Das ist eine Gummipuppe aus den 70er Jahren, für uns hat sie keinen Wert. Am besten behalten sie die als Erinnerung“, riet Körber. Und Bühnen fügte hinzu: „Alt beginnt bei uns vor 1950.“

Aber auch wer keine Puppen oder Bären kaufen oder schätzen lassen wollte, schaute gerne in den Festsaal. Dabei kamen vor allem bei älteren Besuchern nostalgische Gefühle auf bei der Erinnerung an Spielzeug aus der eigenen Kindheit. - Silvia Sauser

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