Volles Haus in der Burg Holtzbrinck

Musik von Barock bis Pop: Publikum feiert Interpreten bei „Altenaer Ursprüngen“:

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Querflötistin Chantal Knabke erfreute das Publikum mit einer Sonate von Antonio Vivaldi

Altena – Selten hat es die Burg Holtzbrinck zu einer derartigen Besucherzahl gebracht: Rund 120 Gäste begrüßte Organisatorin Andrea Bergfeld am Samstagabend zu einem bunten kammermusikalischen Konzert unter dem Motto: „Altenaer Ursprünge“.

Viel mehr hätten nicht in den Saal gepasst. Da weitere Stühle aus der gesamten Burg zusammengetragen werden mussten, würzte Andrea Bergfeld ihre Begrüßung mit einem Warnhinweis: Es sei denkbar, dass bei der eiligen Sammlung auch Stühle aufgetaucht seien, „die nicht mehr so ganz in Ordnung sind“. Die Warnung lautete deshalb: „Bitte achten Sie darauf, wenn ihr Stuhl nur noch drei Beine hat.“ 

Die Geschichte ging gut aus: Keines der Sitzmöbel brach zusammen, und am Ende eines musikalisch sehr abwechslungsreichen Abends erhob sich das Publikum von den durchaus soliden Stühlen, um die Altenaer Musiker und ihre Lieblingswerke von Barock bis Pop zu feiern.

Der Mond auf wechselvoller Reise durch das Programm

2019 jährt sich die erste Mondlandung zum 50. Mal, was ein guter Anlass war, den Erdtrabanten auf eine wechselvolle Reise durch das Programm zu schicken: Er war nicht immer zu sehen, kam aber immer wieder. 

Susanne Wendel ehrte seine Fülle und Ludwig van Beethoven mit dessen „Mondscheinsonate“ - ein zauberhafter Auftakt. Am Flügel begleitete sie anschließend Ulrich Frenschkowski, der Robert Schumanns Vertonung eines der schönsten Gedichte von Joseph von Eichendorff mit dem Titel „Mondnacht“ sang: „Es war, als hätt’ der Himmel die Erde still geküsst…“ 

Tosender Beifall

Bei Claude Debussys wunderschönem „Clair de lune“ griff Ulrich Frenschkowski selbst in die Tasten. Yann Tiersen, der bekannteste Filmmusikkomponist Frankreichs, lieferte ihm die Noten für drei weitere Klavierstücke, die zum Träumen von der wilden bretonischen Westküste einluden: „Eusa“.

Pianist Herbert Frank bewährte sich als präziser Begleiter jener Musiker, die ein Blasinstrument mitgebracht hatten: Posaunist Jan Möhling spielte Jan Sandströms „Sång till Lotta“. Querflötistin Chantal Knabke erfreute das Publikum mit einer Sonate von Antonio Vivaldi, entführte die Besucher in einen „Secret Garden“ und verabschiedete sich mit einem „Ade zur guten Nacht“. 

Tosenden Beifall erhielt Friederike Piepenstock, die dem Flügel zuvor die äußerst schwungvolle Interpretation einer Komposition von Billy Joel entlockt hatte: „Root Beer Rag“. Aus ihren Fingern kam auch ein Stück Filmmusik: die „Forrest Gump Suite“.

Auch das Publikum sang kräftig mit

Viel Instrumentalmusik aus ganz verschiedenen Richtungen war an diesem Abend zu hören, aber Andrea Bergfeld hatte noch zwei weitere Sänger für die Popmusiksparte gewinnen können: Nico Koslowski sang Herbert Grönemeyers „Halt mich“ und - gemeinsam mit Ronja Kirchhoff – Amanda McBrooms schönen Song „The Rose“. 

In der zeitgenössischen Popmusik kamen die beiden Sänger mit Ed Sheerans „Perfect“ an, das kurz darauf noch einmal als Zugabe erklang. Dazwischen sang das Publikum Matthias Claudius’ „Der Mond ist aufgegangen“ – eine recht kraftvolle Widmung an den immer mal wieder aufscheinenden Schirmherren des Konzertes. 

Andrea Bergfeld bedankte sich bei allen Beteiligten und freute sich über das bereitwillige Mitwirken der Musiker an einem Abend mit einer großartigen Stimmung: „Ich schlage vor, und die machen das!“

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