Leitungsprüfung sorgt für Kriechverkehr auf B236

+
„Intensivmessung“ nennen die Fachleute das Verfahren zur Überprüfung der Erdgasleitung. Je zwei Elektroden messen dabei gleichzeitig. Christopher Siegerts (m.) Aufgabe ist es, die Messergebnisse richtig zu interpretieren.

Altena - Verwundert passieren die Autofahrer auf der B236 den Bereich zwischen Stortelkurve und Elverlingsen. Hier ist die Geschwindigkeit auf 10 km/h reduziert, weil eine Spezialfirma die Ferngasleitung der „open grid europe“ überprüft, vormals EON, davor Ruhrgas.

Das geht allerdings nicht ohne erhöhten Aufwand. Die Leitung stammt hier aus dem Jahr 1953, exakte Lagepläne existierten nicht oder nicht mehr. Also muss man sie erst einmal finden. Dabei kommen Sonden zum Einsatz.

Auf dem aktuell kontrollierten Teilstück zeigt sich der Verlauf der Leitung übrigens sehr unregelmäßg. In der folgenden Zeit besteht der Arbeitstag des itc-Teams aus drei Stunden bohren, drei Stunden messen und drei Stunden zum Verschließen der Bohrlöcher. Wobei der Messteil natürlich der anspruchsvollste ist, denn dabei lässt das Raumschiff Enterprise grüßen.

So zumindest erklärt Messführer Christopher Siegert das Verfahren. Er ist für die Leipziger Firma itc vor Ort, die sich auf „kathodischen Korrosionsschutz“ spezialisiert hat. „Das Raumschiff Enterprise hat einen Schutzschild“, und ähnlich sei das auch bei Gasleitungen – Strom im Millivoltbereich. Gebe es nun irgendwo ein Leck, dann fließe der Strom ab und es entwickele sich ein „Spannungstrichter“ – genau nach diesen Anomalien sucht Siegert mit seinem Modata2-Messgerät. Dessen Display zeigt ihm neun Werte an, die es richtig zu interpretieren gilt.

Die zuvor gesetzten Bohrungen sind in der Regel 50 Zentimeter tief, damit man die „Versiegelung“ – sprich Straße – durchstoßen weiß und im darunter liegenden Erdreich misst. Bevor Siegert mit seinem Messgerät ans Werk geht, füllt ein „Messgehilfe“ noch Wasser ins Bohrloch, um eine ausreichende Leitfähigkeit sicherzustellen. Die Arbeiten sollen bis 31. Oktober abgeschlossen sein.

Die damalige Ruhrgas AG hatte 1929 die erste Erdgasleitung von Dortmund nach Rheinland-Pfalz gebaut. Diese so genannte „Südwestfalenleitung“ transportiert deutsches und holländisches Erdgas aus dem Ruhrgebiet Richtung Süden. Sie dient unter anderem der Versorgung regionaler Abnehmer wie Stadtwerken und Industrie im Sauerland. - tk

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare