Prozess um Bauruine wird um Monate verschoben - aus diesem Grund

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Zur Ruine verkommt der Neubau in der Innenstadt. Er ruht seit 2016.

Altena –Der Prozessauftakt zur Neubau-Ruine der Berg-Stiftung wird um Monate verschoben. Er hätte am 29. Januar beginnen sollen. Doch nun kommt ein weiterer Protagonist ins Spiel.

Der Auftakt des Prozesses um den Neubau der Fritz-Berg-Stifung ist verschoben worden. Das bestätigt Bernhard Kuchler, Pressesprecher des Hagener Landgerichtes. Ursprünglich sollte es am 29. Januar losgehen. Jetzt ist der Prozessauftakt für den 13. Mai geplant. 

Grund für die Verschiebung: In dem ohnehin schon komplizierten Verfahren gibt es nun einen fünften Beklagten. Es geht um die Bauruine zwischen der Burg Holtzbrinck und dem Stapelcenter. 19 barrierearme Wohnungen wollte die Fritz-Berg-Stiftung dort bauen, darüber hinaus war im Erdgeschoss ein großes Ladenlokal geplant. Der erste Spatenstich erfolgte im September 2014, seit 2016 ruhen die Arbeiten. 

Bau war als einsturzgefährdet

Der Grund: Bei der Abnahme des Rohbaus fielen der städtischen Bauaufsicht massive Mängel bei der Bewehrung auf. So bezeichnet man den Stahl, der Betonbauwerken den nötigen Halt verleiht. Wegen dieser Mängel gilt das Bauwerk als einsturzgefährdet. Die Berg-Stiftung musste viele Baustützen anschaffen, um den Rohbau zu sichern. An einen Weiterbau war nicht zu denken. Stattdessen kamen Gutachter und rissen Decken und Wände wieder auf, um sich einen Überblick über das Ausmaß der Schäden zu verschaffen. 

Es sei wohl so groß, dass nur der Abriss bleibe, sagte später Olaf Berg, der Kuratoriumsvorsitzende der Fritz-Berg-Stiftung. Sie wirft fünf Beteiligten eine Verletzung ihrer Aufsichtspflichten vor und verlangt Schadensersatz in Höhe von 2,9 Millionen Euro

Nachdem ein zunächst favorisiertes Plettenberger Unternehmen abgesprungen war, ging der Auftrag an die Karl Winsel Bau GmbH und Co. KG in Hagen. Gegen sie hat die Berg-Stiftung hat ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter geltend gemacht – aber nicht nur: Nach ihrer Ansicht haben auch andere für den Schaden einzustehen – zum Beispiel das Dahler Architekturbüro OE-Planung- und Beratung GmbH. 

Darum gibt es fünften Beklagten

Es war für den Bauentwurf zuständig und als Generalplaner tätig. Außerdem oblag ihm die Bau- und Objektüberwachung. Trotzdem sieht Firmenchef Melchior Ossenberg-Engels allein das insolvente Bauunternehmen in der Verantwortung. Die Vorwürfe gegen seine Firma seien „gänzlich unbegründet“. 

Keine Stellungnahme gibt auch die „Architekten- und Partnerschafts-GmbH Vieweger Controlling“ ab. Sie hatte eine Art Oberaufsicht inne und war von der Berg-Stiftung gerade deshalb engagiert worden, um vor solchen Überraschungen gefeit zu sein. Schweigen auch bei der SKP-Ingenieursozietät in Dortmund. Sie war für „stichprobenartige Überprüfungen der Standfestigkeit des Rohbaus“ zuständig – dachte man jedenfalls bisher. 

Inzwischen hat diese Firma nämlich mitgeteilt, dass gar nicht sie, sondern Dr.-Ing. Roland Spangemacher Auftragnehmer gewesen sei. Der allerdings wird auf der Homepage des Unternehmens als dessen Gesellschafter geführt. Die Anwälte der Berg-Stiftung haben auf die Mitteilung der SKP-Ingenieursozietät mit einer Klageerweiterung reagiert und Spangemacher als weiteren Beklagten benannt. 

Damit sei die Verschiebung des Verfahrens unausweichlich geworden, teilt der Pressesprecher des Landgerichtes mit. Kuchler: „Diese Klageerweiterung ist dem neuen Beklagten zunächst mit einer ausreichenden Frist zur Stellungnahme zuzustellen, bevor die mündliche Verhandlung stattfinden kann. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Akten inzwischen einen Umfang von 5819 Seiten haben.

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