Segnung homosexueller Paare

Protest gegen Vatikan: Regenbogen-Fahne weht an katholischer Kirche im MK

Regenbogen-Fahne weht an katholischer Kirche St. Matthäus in Altena
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Regenbogen-Fahne weht an katholischer im MK.

Es ist ein wehender Protest. Ein stiller, aber ein sehr deutlicher: An einer Pfarrkirche im MK weht die Regenbogen-Flagge als klares Zeichen gegen die Entscheidung des Vatikans, keine homosexuellen Paare zu segnen.

„Wir in St. Matthäus Altena-Nachrodt-Wiblingwerde positionieren uns klar gegen die Verlautbarung der Glaubenskongregation im Vatikan. Unserer Auffassung nach kann ein Segen niemandem verwehrt werden. Als katholische Kirche dürfen wir Autos, Gebäude und Tiere segnen. Gleichgeschlechtlichen Paaren, die einander aufrichtig lieben und für sich und auch ihren Glauben einstehen, soll der Segen Gottes verwehrt werden. Das lehnen wir ausdrücklich ab“, sagt Ursula Schöllnershans, stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. Ihre Kollegin im Amt, Christiane Frebel, hatte die Idee für die Fahnen-Aktion, die direkt von allen Beteiligten und auch von Pfarrer Ulrich Schmalenbach unterstützt wurde.

„Roma locuta, causa finita“ – Rom hat gesprochen – heißt es traditionell in der katholischen Kirche. Die Zeiten, alles abzunicken, haben sich aber augenscheinlich geändert. Die katholische Kirchengemeinde solidarisiert sich stattdessen mit den Menschen, die diskriminiert werden.

Flagge zeigen für Toleranz und Aufbruch

Die Regenbogen-Flagge zu hissen, erscheint den heimischen Christen als gute Möglichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes Flagge zu zeigen. Denn die Fahne steht weltweit für Aufbruch, Veränderung und Frieden – und sie gilt als Zeichen der Toleranz und Akzeptanz, der Vielfalt von Lebensformen, der Hoffnung und der Sehnsucht.

„Spontan können wir nicht viel mehr machen, aber wir sehen weiter. Wir haben unsere Auffassung auch auf unserem Facebook-Kanal veröffentlicht“, sagt Ursula Schöllnershans und freut sich über einen großen Zuspruch. Zudem wird auch in den nächsten Pfarrnachrichten darüber berichtet.

„Das kann einen wütend machen“

Die Regenbogenfahne konnte übrigens privat organisiert werden. Das Nein zur Segnung Homosexueller war insofern überraschend, da Papst Franziskus für Weltoffenheit steht und sich gegen jede Verurteilung Homosexueller ausgesprochen hatte. Doch in einem „Responsum ad dubium“ (Antwort auf einen Zweifel) heißt es nun, Segnungen menschlicher Beziehungen seien nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient sei.

Unzulässig sei jede Segnungsform, die homosexuelle Partnerschaften anerkenne. Die christliche Gemeinschaft sei aber aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen zu respektieren. „Das kann einen schon wütend machen“, gibt Ursula Schöllnershans zu. Der Segen komme von Gott selbst, der Mensch sei nur der Ausführende. „Und das Gott das nicht will, sehen wir ganz anders.“ Auch in der Region schlägt die Entscheidung für hohe Wellen - und sorgt für heftige Reaktionen.

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