Den Notenschlüssel senken?

Protest gegen Mathe-Abi: Schülerinnen aus dem MK starten NRW-weite Petition

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Amina Hammoud (rechts) hat die Petition ins Leben gerufen. Ihr zur Seite stehen die Altenaerin Patricia Gildekötter (Mitte) und die Iserlohnerin Luca Sina Bargold (links).

Schülerinnen aus dem Märkischen Kreis haben eine NRW-weite Online-Petition gestartet, um das Matheabi prüfen zu lassen. „Wenn mehr als 50 Prozent der Schüler in die Nachprüfung müssen, dann stimmt doch etwas nicht“, sagen sie und fordern Fairness.

Altena/Iserlohn - Stand der Unterstützer am Freitagmorgen: knapp 5200 Unterschriften. Das ist im Vergleich zu Bayern zwar mager, aber Amina Hammoud ist dankbar, dass sie mit ihrer Petition „NRW – Wir fordern ein faires Mathe-Abitur“ so viel Unterstützung bekommt. Zu ihren „Gewährsleuten“ gehören die 19-jährige Patricia Gildekötter aus Altena und Luca Sina Bargold aus Iserlohn. 

Die jungen Frauen besuchen die städtische Gesamtschule Iserlohn. Ihre Forderung: Wegen der aus ihrer Sicht nicht erfüllbaren und zu hoch angesetzten Anforderungen in der Prüfung des Mathe-Abiturs, soll der Notenschlüssel gesenkt und an den Schwierigkeitsgrad angepasst werden. Dies soll nicht nur in Bayern und Niedersachsen, sondern auch in Nordrhein-Westfalen geschehen. 

Bei der Prüfung schwand das gute Gefühl

„Vor der Prüfung war das Gefühl gut, aber dann wurde alles anders“, sagt Amina Hammoud. Das Hauptproblem: „Die Aufgabenstellungen waren komplett anders, als wir es gewohnt waren. Sie waren so komplex, dass man sie nicht verstanden hat.“ 

Hier geht es zur Petition

So rasten die vier Stunden und 15 Minuten vorbei. Der erste Teil, für den die Abiturienten 45 Zeit hatten, musste ohne Hilfsmittel, ohne Taschenrechner gelöst werden. „Die erste Aufgabe war gut machbar, aber der Rest sehr schwierig“, erzählt Luca Sina Bargold, eigentlich ein absoluter Mathecrack. 

Selbst Mathecrack kämpft

Der zweite Teil der Klausur mit acht Aufgabenblättern war der nächste Schock. „Ich kann zum Beispiel analytische Geometrie am besten, wollte damit anfangen, damit ich direkt ein gutes Gefühl bekomme, musste aber nach zwei Aufgaben abbrechen.“ Mit einer 2 plus vorbenotet, sorgt sie sich jetzt, in die mündliche Prüfung zu kommen. 

3,75 Punkte „darf“ man abweichen, um in die Mündliche zu kommen. „Wenn ich jetzt eine glatte Drei schreibe, ist das der Fall“, sagt Luca Sina Bargold. 

Können Sie diese fiesen Abi-Fragen richtig beantworten?

Das Gelernte abrufen: Das war aus der Sicht der Abiturientinnen nicht möglich. Und gelernt haben sie alle. Unter anderem haben die jungen Frauen die Prüfungsaufgaben der letzten Jahre durchgekaut. Man hätte sich aus ihrer Sicht tatsächlich nicht besser vorbereiten können und auch die Vorabi-Klausur – übrigens mit Aufgaben aus dem Abitur von 2016 – sei gut gelaufen. 

Es geht nicht ums Protestieren an sich

Die Petition, so versichern die Abiturientinnen, habe nichts damit zu tun, auf den Bayern-Zug aufzuspringen. Dort gibt es aktuell fast 70.000 Unterzeichner. Und auch den Vorwurf, angeregt durch die „Fridays-for-Future-Bewegung“ auf eine weitere Jugend-Protestwelle aufzuspringen, weisen die Frauen weit von sich. 

Lehrerverband: Keine Anzeichen für erschwertes Mathe-Abitur

Es gehe vielmehr um eine wichtige Überprüfung: „Wenn mehr als 50 Prozent der Schüler aufgrund von Notenabweichungen in die Nachprüfung müssen, dann stimmt doch etwas nicht“, vermutet Luca Sina Bargold und wünscht sich deshalb einen genauen Blick auf die Ergebnisse. Denn: „Der NC – Numerus clausus – ist immer wichtig, für alles, was man später machen will“. 

Gute Noten für Musikhochschule

Die Altenaerin Patricia Gildekötter möchte übrigens in Leipzig an der Hochschule für Musik studieren. Eine Überlegungen ist, Dirigentin zu werden. „Ich habe wirklich viel für Mathe gelernt“, sagt die 19-Jährige. Mit vier plus vorbenotet, war Mathe ein Kampf, den sie mit aller Energie angenommen hat.

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