Projektwochen an Schulen: Gelöst von allen Zwängen

Fantasievoll verzieren die Realschüler unter Anleitung von Kunstlehrerin Katharina Franke die Flure.

ALTENA ▪ Fahrten, Sport und kreative Angebote: Projektwochen an den weiterführenden Schulen sorgen derzeit für Abwechslung im Stundenplan. Praxis statt Theorie heißt es nun den letzten Tag an Gymnasium, Real- und Förderschule. Mit Präsentationen für die Öffentlichkeit geht das bunte Spektakel für Schüler und Lehrer zu Ende. An der Hauptschule läuft die Projektwoche noch bis Dienstag.

Erstmals seit Jahren findet wieder eine Projektwoche an der Richard Schirrmann-Realschule statt. „Unsere Schule ist dafür eigentlich zu klein“, begründet Rektor Heribert Hertel. Der Aufwand sei immens – nur 18 und somit zu wenige Lehrer kämen auf rund 330 Schüler. „Trotzdem wollten wir uns in der so genannten toten Zeit zwischen Zeugniskonferenzen und Ferien mal vom verordneten Zwang lösen“, erklärt Hertel.

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Projektwochen an Altenaer Schulen

Dementsprechend bringen Schüler und Lehrer vielfältige Freizeitinteressen ein. Chemielehrer Ralf Ehrhardt entwickelt mit Schülern im Fotolabor Bilder. Zu Bleistift und Pinsel greifen Kinder und Jugendliche mit Kunstlehrerin Katharina Franke: Die Flure der Schule im Nettetal werden farbenfroh verziert.

Kreativität an der Realschule

Das praktische Tun steht überall im Vordergrund. Mit einem selbst gebastelten Winkelmesser ermitteln zwei Schülerinnen die Größe des Schulgebäudes. Flotte Rhythmen vom Band-Workshop hallen über den Hof. Einzelne Schülergruppen sind unterwegs, besuchen die Lehrwerkstatt von Thyssen-Krupp in Werdohl, die Landesgartenschau in Hemer oder paddeln mit Kajaks auf der Lenne bei Hohenlimburg.

Auch am Burggymnasium sind nicht alle Schüler vor Ort anzutreffen. Der Jahrgang 12 erkundet Barcelona, die Zehner haben ihre „Tage religiöser Orientierung“ in Berchum und die Fünferklassen verbringen erlebnispädagogische Tage in der Eifel. Neuntklässler üben sich derweil in alternativen Sportprojekten, lernen Boxen oder Segelfliegen am Hegenscheid. Auch sportlich, aber unter anderem Vorzeichen geht es beim achten Jahrgang zu: Im Rahmen einer Gewalt- und Suchtprophylaxe absolvieren die Jugendlichen ein Anti-Gewalt-Training. Jukoka Fabian Becker und Steffen Knipp vom BC Altena leiten Übungen zur Selbstverteidigung an. In der Sporthalle lernen die Gymnasiasten, sich aus ungewollten Umklammerungen zu lösen.

Salsarhythmen am Gymnasium

Professionelle Trainer haben auch die Sechstklässler: Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft Tanz helfen bei Theater-, Tanz- und Bewegungsprojekten. Heute Vormittag zeigen die Sechser unter anderem, was die Choreographen Chris Greiffenbach und Fernando Flores ihnen in punkto Hiphop, Jazzdance und Salsa beigebracht haben. Seit Tagen üben sie Schrittfolgen für ausdrucksstarke Darbietungen.

Ein seit Jahren klares Ziel hat die Projektwoche an der Hauptschule Rahmede: Berufswahlorientierung. Die Siebt- bis Neuntklässler setzen sich altersgerecht mit ihrer Zukunft auseinander. Die Jüngeren sind eigenen Interessen und Fähigkeiten auf der Spur. Sie blicken in örtliche Betriebe und lernen Teamgeist im Klettergarten an der Sorpe.

Blick in die Zukunft an der Hauptschule

Der achte Jahrgang recherchiert in Zusammenarbeit mit der Arge bereits konkreter: Welche Berufe gibt es? Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen? Für sie gehört auch eine Fahrt zum Berufsinformationszentrum in Iserlohn zur Projektwoche. Bewerbungstraining und Jobbörse bilden für die Neuntklässler den Abschluss der Orientierung in der Berufswelt.

Mit Schulleiter Dieter Tischhäuser befasst sich nahezu jedes Projekt der Förderschule am Drescheider Berg. Der beliebte Lehrer geht nach über 40 Jahren im Schuldienst zu den Sommerferien in Pension. Zur Verabschiedung setzen sich die Kinder und Jugendlichen auf vielfältige Weise mit ihm auseinander. „Der Rektor mag kein Körnerbrot, also backen wir für ihn ein luftiges Mischbrot mit Buttermilch“, erläutert zum Beispiel Hauswirtschaftslehrerin Annette Homberg. Während viele Ausfertigungen von „Dieter das Brot“ bereits auf einem Rost auskühlen, formen die Förderschüler Drehscheider Trüffel aus Nuss- und Schokomasse.

Förderschüler im „Tischi“-Fieber

Auch abseits der Schulküche ist „Tischi“ – wie der Rektor von Schülern und Kollegen freundlich genannt wird – allerorts präsent. Die Theatergruppe bereitet eine Überraschung unter dem Titel „Dieter im Glück“ vor. Einen Abschiedssong schreibt die Musikgruppe. „Tischi“-Golf und ein Puzzle mit den Lieblingsspeisen des Schulleiters hat das Spieleteam für morgen in Vorbereitung. Am Samstag findet zwischen 11 und 16 Uhr nämlich ein großes Schulfest zum Abschluss der Projektwoche und zur Verabschiedung des Schulleiters am Drescheider Berg statt. Alle Interessierten sind dazu eingeladen. ▪ Pia Käfer

Hierzu gibt es auch eine Fotostrecke!

Internetauftritte der Schulen:

Gymnasium http://www.burggymnasium-altena.de

Förderschule http://www.foerderschule-altena.de

Realschule http://www.rsr-altena.de

Alle http://www.altena.de/Schulen.623.0.html

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