„B-trifft“ über Karrieren, Chancen und Südwestfalen

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Professor Doktor Jürgen Sauser im Gespräch mit Florian Wendt (l.) und Michelle Wolzenburg.

ALTENA - Rund 90 Gäste sind am Samstag zur zweiten Auflage von „B trifft“ ins Burggymnasium gekommen. Sie bewerteten den Abend für „Ehemalige, die etwas geworden sind, und die, die noch etwas werden wollen“ als sehr gelungen. Von Dr. Jürgen Sauser, Professor an der Fachhochschule Bielefeld, erfuhren sie Wissenswertes über die Wirtschaftsregion Südwestfalen, bedienten sich anschließend am Büffet und führten interessante Gespräche.

An festlich gedeckten Tischen – an den braunen Servietten saßen die Ehemaligen, an den orangefarbenen die Schüler – verfolgten die Gäste zunächst das Interview, das Michelle Wolzenburg und Florian Wendt mit Dr. Jürgen Sauser führten. Sie waren interessiert an seinem Werdegang und an seiner Tätigkeit als Professor im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik, wollten aber auch von ihm wissen, warum er der Stadt Altena immer treu geblieben ist. „Ich bin sehr mit Altena verbunden“, so Sausers Begründung. Die Region sei schön und von guter Struktur. „Wir sind ein tolles Völkchen“, meinte er. Altena und die Region seien es wert, sich für sie zu engagieren. So sei ihm auch der Kontakt zum Burggymnasium wichtig, „weil es ist eine tolle Schule“. Sie öffne sich und kooperiere mit der Industrie. Michelle und Florian stellten Jürgen Sauser auch diese Frage: „Was macht ein Professor eigentlich in seiner Freizeit? Nur Bücher wälzen?“ – „Sicherlich nicht!“, Zwar würde er selbstverständlich viel lesen, aber er habe auch viele Hobbys, wie beispielsweise seine Oldtimer-Sammlung. „Als Professor muss man nicht weltfremd sein“, erklärte er.

Dann gehörte die Bühne Dr. Jürgen Sauser. Sein Vortrag stand unter dem Titel „Südwestfalen goes Europe – Chancen, Champions und Karrieren“. Er lieferte Zahlen: „Hier sind 70 Prozent aller Versicherungspflichtigen im verarbeitenden Sektor beschäftigt.“ Und: „Im Jahr 2020 wird es 25 Prozent weniger Jugendliche geben. Das ist eine hervorragende Grundlage für eine Karriere“, sagte Sauser. Die Message laute: „Hier werden mehr als anderswo Fachkräfte gesucht“ – für ihn der demografische Wandel also mal als Chance.

Sauser verschaffte dem Publikum einen Überblick über die Kompetenzen in Südwestfalen. 500 Unternehmen entwickeln und produzieren für die Automotivebranche, jeder sechste Arbeitplatz ist damit verbunden, mehr als 7,1 Milliarden Euro werden als Umsatz erreicht. „Dabei handelt es sich um kleine, familiäre Unternehmen, wo der Chef seine Mitarbeiter noch kennt.“ Bei seinen Recherchen in verschiedenen Betrieben habe er sehr viel Persönlichkeit erfahren. „Das passiert ihnen bei VW wahrscheinlich nicht.“ Sauser klärte die Gäste darüber auf, dass die Firma Kostal in Lüdenscheid beispielsweise den Regensensor erfunden hat und in Sachen Elektromobilität ganz weit vorne liegt. „Wir brauchen hier die klugen Köpfe, und die sitzen gerade vor mir”, so der Professor. Als weitere Beispiele für innovative Technologien und Produkte zeigte er die Leistungsspektren der Altenaer Firma Möhling und der Iserlohner Unternehmensgruppe Kirchhoff auf. Dabei stellte sich heraus, dass viele im Raum gar keine Ahnung hatten, für was diese Unternehmen stehen. „Hier gibt es viele attraktive Arbeitsplätze, man muss nicht weg“, so Dr. Jürgen Sauser. Er machte ebenfalls deutlich, dass die jungen Leute auch zum Studieren nicht unbedingt in die Ferne schweifen müssten. Er verwies auf die große Bedeutung der Fachhochschule Südwestfalen, auf die Bits in Iserlohn, auf die Nähe zur Technischen Universität Dortmund oder zur Hochschule in Siegen. Er schätze vor allem die duale Ausbildung, also eine Mischung aus Theorie und Praxis, die von vielen heimischen Unternehmen praktiziert wird.

Zum Schluss empfahl der Professor den Schülern noch zwei Bücher „mit innovativen Ideen, wie man einen tollen Job bekommt“ von Vincent G.A. Zeylmans van Emmichoven, und zwar „Ihr Traumjob im verdeckten Arbeitsmarkt“ und „Mein neuer Job! Impuls für Ihre Karriere“.

Bevor es jetzt zum gemütlichen Teil überging, gab Ulrich Frenschkowski, der am Klavier für die musikalische Unterhaltung sorgte, den Schülern noch einen Rat mit auf den Weg: „Bei allem Erfolg und all der Kohle, die sie vielleicht mal verdienen, vergessen sie nie ihre Menschlichkeit“.

von Ilka Kremer

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