1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Probleme mit B236-Sperrung: Lkw nutzen verbotene Ausweichrouten

Erstellt:

Von: Thomas Bender

Kommentare

Ein Lkw fuhr sich auf der engen Ausweichroute fest, sodass ein Abschleppunternehmen aktiv werden mussten.
Ein Lkw fuhr sich auf der engen Ausweichroute fest, sodass ein Abschleppunternehmen aktiv werden mussten. © Rudewig

„Am Freitag war es besonders schlimm“ – wenigstens sieben schwere Lkw hätten sich Ende vergangener Woche durch den Linscheider Bach gequält, berichtet Anwohner Detlef Rudewig.

Altena – Einer davon habe sich auf der schmalen Straße festgefahren, sodass ein Abschleppunternehmen habe kommen müssen. „Natürlich war der Pkw-Stau erheblich. 15 bis 20 Autos sind anschließend hinter dem Lkw die Straße heruntergefahren“, schildert Rudewig in einer E-Mail an die AK-Redaktion.

Das Problem ist wieder einmal die Sperrung der B 236 in Nachrodt. Viele nutzen nicht die offizielle Umleitung über Iserlohn, Kesbern und Evingsen, sondern fahren zunächst durchs Grüner Tal – schon das ist für LKW über zwölf Tonnen verboten, weil dort Brücken durch das Hochwasser beschädigt wurden.

Die über den Wixberg beziehungsweise den Hegenscheid führenden, schmalen Straßen dürfen aus Richtung Grüner Tal nur bis zu den beiden kleinen Ortschaften von Anliegern mit Lkw befahren werden. Ab dort sind die Straßen in Richtung Altena für alles über 3,5 Tonnen gesperrt. Neben dem offiziellen Verkehrszeichen 253 machen auf Iserlohner Seite auch auffällige „No Trucks“-Schilder auf das Verbot aufmerksam.

Trotzdem nutzen auch schwere Sattelschlepper diese Strecken. Rudewig: „Die Verbotsschilder interessieren die Fahrer nicht. Ich glaube mal, falls sie von der Polizei erwischt werden, ist die Geldstrafe so gering, dass es ihnen egal ist.“

So ganz stimmt das nicht: Immerhin 100 Euro werden fällig, wenn die Polizei einen Lkw-Fahrer auf für ihn gesperrten Straßen erwischt. Christof Hüls von der Polizei-Pressestelle berichtet allerdings, dass es bisher kaum Beschwerden aus diesem Bereich gegeben habe.

Dennoch würden gelegentlich „anlassunabhängige“ Kontrollen durchgeführt, bei denen es aber ein Problem gebe: Sobald die Polizei dort einen Lkw anhalte, komme der gesamte Verkehr zum Erliegen.

Dem Altenaer Ordnungsamt sei das Problem bewusst, sagt dessen Leiterin Ulrike Anweiler: „Wir denken darüber nach, da jetzt etwas zu installieren.“ Denkbar wären eine Höhenbeschränkung oder Fahrbahnverengungen –beide haben den Nachteil, dass sie unter Umständen auch der Feuerwehr den Weg versperren.

Die Lkw sind das eine. Ein weiteres Problem seien die vielen Pkw, die jetzt auf dieser Strecke unterwegs seien, und zwar vor allem im Berufsverkehr, schildert Rudwig. Zwischen 6 und 9 Uhr herrsche besonders reger Verkehr in beide Richtungen, viele Fahrer hielten sich nicht an Tempo 30.

Da stellt sich die Farge, warum am Linscheider Bach nicht ebenso oft die Geschwindigkeit gemessen wird wie am Hemcker Weg, der gerne als Umleitungsstrecke für die gesperrte A 45 genutzt wird. Auf dem engen Linscheider Bach seien Radarkontrollen technisch allerdings sehr schwierig, meinte Hüls.

Wenn sie sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung halten, dürfen Pkw die Strecke nutzen – auch wenn das wegen der schmalen Fahrbahn nicht unproblematisch ist.

Ulrike Anweiler wäre es am liebsten, wenn schnellstmöglich eine längst mit der Stadt Iserlohn abgesprochene Einbahnstraßenregelung reaslisiert werden könnte. Vorgesehen ist, Sowohl den Linscheider Bach als auch den Hegenscheider Weg nach dem Ende der Wohnbebauung zu Einbahnstraßen zu erklären – auf der einen Straße geht es dann rauf auf den Berg und auf der anderen runter, sodass auf den schmalen Fahrbahnen kein Begegnungsverkehr stattfinden kann.

Dieses Vorhaben kann aber erst dann in die Tat umgesetzt werden, wenn am Hegenscheider Weg der Aufbau eines Fertighauses über die Bühne gegangen ist. Dazu muss die Straße voll gesperrt werden, die Einbahnstraßenregelung ist dann nicht möglich. Eigentlich sollte das Haus bis Mitte April – also vor Ostern – aufgebaut werden, zu sehen ist allerdings bis heute nichts davon.

Der Bauherr sei nicht zu erreichen, sodass sie keinen festen Termin nennen könne, teilte Anweiler am Montag mit.

Auch interessant

Kommentare