Theaterfans müssen noch warten

Premiere bei „Auf Draht“ in den November verschoben

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Mitten in der Probenphase sind die Mitglieder des Amateurtheaters Auf Draht. Sie können sich Zeit lassen: Premiere für das Stück Männerhort ist erst Anfang November.  

Altena – Neue Besen kehren anders: Julian Palla ist seit einem halben Jahr neuer Vorsitzender von „Auf Draht“ – und schon gibt es eine nicht unerhebliche Neuerung: Das Amateurtheater hat seine Spielzeit vom bisher gewohnten Februar in den November verschoben. Die Premiere für das neue Stück ist für den 2. November geplant.

Auch wenn der Saal im Lennestein inzwischen wieder zur Verfügung steht, ist eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte für die Amateurschauspieler keine Option. Sie fühlen sich inzwischen im Thomas-Morus-Haus zuhause, zumal sie inzwischen einiges an Bühnentechnik für die ehemalige Kirche an der Friedhofstraße angeschafft haben. 

Deshalb steht für Auf Draht außer Frage, dass sie dort bleiben werden. Und das trotz der Tücken, die das Morus-Haus hat und die letztlich dazu führten, die Spielzeit zu verlegen: Bitterkalt war es, als ab Mitte Februar „Nichts als Kuddelmuddel“ gezeigt wurde. 

Belegungssituation des Morus-Hauses wird entschärft

Das sorgte auch für glatte Straßen – „viele ältere Zuschauer schreckten wegen der Steigung der Friedhofsstraße und aus Angst vor Straßenglätte davor zurück, unsere Aufführungen zu besuchen“, erfuhr der Ex-Vorsitzende Dietmar Vogt aus vielen Gesprächen. Die Amateurschauspieler hoffen, dass die Straßenverhältnisse Anfang November weniger problematisch sein werden und setzen auch darauf, dass das Beheizen des ehemaliges Kirchenschiffes dann etwas leichter fällt. 

Last but not least wird durch die Entscheidung von Auf Draht die Belegungssituation des Morus-Hauses etwas entschärft. 2018 kamen sich die Aufführungen des Amateurtheaters und das Kränzebinden der Kompanie Mühlendorf etwas in die Quere. 2019 zeigt Auf Draht ein Stück, das vor nicht allzulanger Zeit als Kinofilm einigermaßen erfolgreich war: Männerhort. 

„Das Theaterstück ist mit dem Film aber überhaupt nicht vergleichbar“, betont Julian Palla. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass Christoph Maria Herbst sowohl bei der Premiere des Theaterstücks im Theater am Kurfürstendamm als auch im Kinofilm eine der Hauptrollen spielte. 

Proben laufen schon

Apropos Rollen: Männerhort kommt mit vier Akteuren aus, Frauen kommen nicht zum Zuge. Auf der Bühne stehen Julian Palla, Jens Weihl, Thomas Fillinger und Dietmar Vogt. Wo es langgeht, sagt ihnen eine Frau: Kirsten Kreisel führt bei dem Stück Regie. Auch sonst gibt es für weibliche Auf Draht-Mitglieder genug zu tun, aber eben hinter den Kulissen. 

Obwohl es erst im November losgeht, wird bereits geprobt – „bis zur Pause klappt es schon problemlos“, freut sich die Regisseurin. Die Gruppe trifft sich immer mittwochs im Thomas-Morus-Haus (20 Uhr). Wer sich für das Amateurtheater interessiert, ist willkommen.

Das Stück

Das Stück Männerhort stammt aus der Feder des isländisch-deutschen Schriftstellers Kristof Magnusson. Das Stück erzählt die Geschichte von drei Männern, die sich Samstag für Samstag in den Heizungskeller ihres Wohnblocks flüchten, um Ruhe vor ihren einkaufswütigen Ehefrauen zu haben.

In Männergesprächen wollen sie sich beweisen, wie überlegen sie gegenüber ihren Frauen sind und scheitern dabei an ihren diffusen Vorstellungen von Männlichkeit, die zu teils grotesken Übertreibungen führen, mit denen die Männer ihr Männlichkeitsgebaren am Ende bloßstellen. Ihre Dialoge sind Schlagabtausche, die mit Worten und Stereotypen spielen. Kay Voges, der das Stück 2003 in Bonn uraufführte, schrieb damals: „Obwohl in Männerhort keine Frau auf der Bühne steht, spielen sie doch die unsichtbare Hauptrolle“, weil sich in den Männergesprächen alles um sie drehe.

Sowohl das Theaterstück als auch der Kinofilm waren (und sind) erfolgreich, werden von der Kritik aber unterschiedlich bewertet. Ein „virtuos feinsinniges Lustspiel“ nannte Welt das Theaterstück. Der Film (in dem dann auch die Frauen vorkommen) kommt weniger gut weg. Von „Zoten in hoher Frequenz, tendenziell pseudoprovokativ“ schrieb beispielsweise die Süddeutsche Zeitung. Trotzdem war der Männerhort auch im Kino ein Kassenschlager.

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