Praxis der jungen Ärzte in der Rahmede läuft prima

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Dr. Jan Felix Fritsch (links) und Kris Landscheidt haben in ihrer Praxis an der Rahmedestraße viel zu tun.

Altena - „Mittlerweile ist es für einen alleine schon sehr viel“, sagt Dr. med. Jan Felix Fritsch. Vor etwa anderthalb Jahren hat er gemeinsam mit Kris Landscheidt die Arztpraxis in der Rahmede eröffnet.

„Wir hatten keinen Patientenstamm“, erinnert er sich. Besonders durch Mundpropaganda habe sich die neue Praxis jedoch schnell herum gesprochen. Fritsch kommt selbst aus Altena, in dem Haus, wo er seine Praxis hat, ist der heute 36-Jährige aufgewachsen. „Mein Kinderzimmer war sogar hier irgendwo in der Praxis“, erinnert er sich.

Kris Landscheidt, 34 Jahre jung, ist am Niederrhein aufgewachsen. Kennengelernt haben sie sich während des Studiums. Während sie beide im Krankenhaus Hohenlimburg arbeiteten, habe sich der Wechsel zur eigenen Praxis schlicht angeboten. Die Räume an der Rahmedestraße – seit vielen Jahrzehnten mit Arztpraxen besetzt – waren frei. Zudem gab es eine Förderung vom Land und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). „Ohne die Förderung hätte ich es nicht gemacht“, sagt Landscheidt.

Da sein Kollege Fritsch momentan eine Weiterbildung zum Facharzt für Kardiologie bei den Märkischen Kliniken absolviert, ist er die meisten Tage der einzige Arzt in der Praxis. „Ich bin meistens nur einen Tag in der Woche da“, sagt Fritsch. Sei es in den ersten Wochen nach der Eröffnung noch hin und wieder vorgekommen, dass mal eine Viertelstunde kein Patient in der Praxis war, so gehen die Termine heute nahtlos ineinander über.

Doch die beiden Ärzte hoffen auf Unterstützung. „Vielleicht kann eine Kollegin ab August ihre Weiterbildung bei uns machen“, verrät Fritsch. Sie würde ausgebildet werden, aber gleichzeitig auch Patienten betreuen. „Und sie könnte sich wahrscheinlich auch vorstellen, in Altena zu bleiben.“ Da Fritsch und Landscheidt aber offiziell Internisten und keine Allgemeinmediziner sind, bedarf es dafür noch einer Ausnahmegenehmigung.

Für die Patienten in Altena wäre das jedenfalls ein Vorteil, die Versorgungsquote in der Burgstadt liegt laut Fritsch bei 77 Prozent. „Trotzdem ist die Stadt nicht mehr im Förderverzeichnis der KV“, bedauert er.

Auch die langen Wartezeiten bei Fachärzten verlangen Vielseitigkeit von den Ärzten. „Dann muss man sich noch mal einlesen und die Therapie vielleicht selber machen“, sagt Fritsch. Komme das häufig mit langen Therapien vor, würde die Krankenkasse allerdings nicht alle Kosten übernehmen und die Praxis müsste einspringen. „Das ist ungerecht für Landärzte, da es hier ja einfach nicht so viele Fachärzte gibt“, sagt Landscheidt.

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