Präses Buß in Altena: Ein Weg mit Symbolkraft

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Und in der Mitte eine Stärkung: Mit Springer Wasser stieß Buß (2. von rechts) mit Vertretern der Evingser und Dahler Gemeinden auf deren Verbindung an.

ALTENA - „Nicht so schnell bitte“ — der 64-jährige Alfred Buß stürmte gestern über die Bauernstraße, als wolle er die Distanz zwischen den Kirchen von Evingsen und Dahle in Rekordzeit überwinden. Dass das seine Zeit braucht, machten ihm Mitglieder der Presbyterien und Mitarbeiter des Kirchenkreises deutlich, als sie den Präses der evangelischen Kirche von Westfalen um ein etwas gesetzteres Tempo baten.

Buß, seit sieben Jahren an der Spitze der Landeskirche, besuchte gestern den Kirchenkreis Iserlohn und spulte dort ein vielfältiges Programm ab: Neben der Teilnahme am Pfarrkonvent stand eine Begegnung mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft auf dem Programm. Dann ging es nach Dahle und nach Evingsen – die beiden Gemeinden in den Altenaer Vororten waren die einzigen, die vom Präses besucht wurden. Dass das nicht alle Tage passiert, berichtete Pfarrer Uwe Krause: Dahle erhielt zuletzt im Jahre 1952 Besuch eines solch‘ hohen kirchlichen Würdenträgers.

Es war nicht nur die pfarramtliche Verbindung, die den Präses nach Altena zog – großes Interesse zeigte er auch an einer Ausstellung zum Thema Taufe, die die Evingser Gemeinde zusammengetragen hat und die zurzeit im Vorraum des Gemeindehauses gezeigt wird. Hintergrund ist das „Jahr der Taufe“, das 2011 in des Landeskirche begangen wird. Die Initiative dafür ging von Buß selbst aus. Er folgte sehr interessiert den Erklärungen von Kirchmeisterin Helga Mosch und lobte den „archivarischen Instinkt“, der in der Ausstellung deutlich wurde. Mit Mosch freute sich Buß über einen Evingser Jugendlichen, der sich jetzt aus eigenem Antrieb dazu entschloss, sich taufen zu lassen.

Dann der Fußmarsch nach Dahle – durchaus symbolträchtig, weil die Verbindung der beiden Gemeinden jung und damit noch im Werden ist. Eingegangen wurde sie, weil es sich um sehr kleine Gemeinden handelt, die nur so eine Zukunft haben. Unterwegs ließ Buß sich von Pfarrer Krause erklären, warum sich Dahler und Evingser für diesen Weg entschlossen haben, der die Eigenständigkeiten der beteiligten Gemeinden wahrt. Für einen Zusammenschluss (wie er in der Innenstadt zwischen Lutheranern und Reformierten erfolgt ist) seien die Unterschiede zwischen Strukturen und Traditionen zu groß, sagte Krause unterwegs. „Kirche im Umbruch und Aufbruch“ – unter diesem Tenor standen Ausführungen, mit denen Krause dieses Thema nach der Ankunft in Dahle noch vertiefte.

Gut zwei Stunden Zeit nahm sich der Präses für seinen Besuch, dann fuhr er weiter – in Oestrich ging es einerseits um Diakonie, andererseits aber auch um das Thema „Barrierefreier Kirchenkreis“. Superintendentin Martina Espelöer machte deutlich, dass es dabei um weit mehr als nur um bauliche Fragen gehe, sondern auch darum, Menschen einladend zu begegnen und ihnen in den Gemeinden Gelegenheiten zur Glaubenssuche und Sinnstiftung zu bieten.

von Thomas Bender

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