Potenziale der Stadt besser nutzen

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Matthias Burzinski stellte das Tourismuskonzept für Altena vor.

ALTENA ▪ Weg vom Einzelkämpfertum, hin zur Region – das ist eine der Botschaften, die Matthias Burzinski am Dienstag bei der Jahreshauptversammlung des Stadtmarketingvereins vermittelte. Er ist Tourismusfachmann und arbeitet im Büro 2508 am Tourismuskonzept für Altena.

„Man fährt nicht nach Altena. Man fährt ins Sauerland,“ sagte er. Deswegen gelte es herauszuarbeiten, dass Altena ein viel besser zu erreichendes „Sauerland-Ziel“ sei als Tourimus-Hochburgen wie Winterberg.

Unermüdlich trommelt Burzinski für den Schulterschluss aller Kommunen im Märkischen Kreis. Gemeinsam seien sie stärker, könnten auch mehr Mittel für Marketingmaßnahmen aufbringen. Eine „Herausforderer-Strategie“ gegen andere Anbieter sei erforderlich, sagte er und empfahl, Altena als spannend, innovativ und authentisch zu vermarkten.

Spannend allerdings muss die Stadt erst werden – der Burgaufzug sei ein Mittel, weitere müssten folgen. Burzinski riet den Altenaern, sich auf erwachsene Paare, Familien und so genannte „Best-Ager“ als Zielgruppen zu konzentrieren und für die maßgeschneiderte Angebote zu entwickeln. Wandern sei hier ein großes Thema, mit Drahthandelsweg und Höhenflug seien erste attraktive Angebote auch vorhanden. Allerdings müssten solche „langen“ Wanderwege durch kürzere Strecken ergänzt werden, warnte Burzinski und empfahl dringend, die Zuammenarbeit mit dem Wanderkompetenzentrum Sauerland noch weiter zu intensivieren. Denkbar ist für ihn eine Art Geschichtspfad durch die Stadt, der mit technisch aufwändigen Mitteln Informationen vermittelt über Burg, Draht und alles, was es rund um das Thema Altena sonst noch so zu sagen gibt. Auch einen Hochwassererlebnispfad am Lenneufer kann er sich gut vorstellen.

Überhaupt der Fluss: Burzinski empfahlt, ihn viel stärker als bisher zu inszenieren und sieht die Lenneterrassen nur als ersten Schritt in diese Richtung. „Sie müssen den Fluss zur Bühne machen“, lautete sein Rat. Sommermatinees, Kinderliedermacher, vielleicht sogar mehrtägige Festivals – Musik müsse ertönen, das könne durch optische Anreize wie Nebelwände oder „Lenne in Flammen“ noch verstärkt werden.

Einen weiteren Teil seines Vortrags widmete Burzinski dem Thema Marketing – er plädiert für eine aus dem Rahmen fallende Internetpräsenz und deren Verknüpfung mit anderen Informationsmöglichkeiten wie zum Beispiel Facebook. Reine Imagekampagnen hält er für überflüssig, jede Werbung müsse stets auch einen konkreten Nutzwert für den Adressaten haben.

Es sie natürlich klar, dass all das nicht innerhalb eines Jahres zu erreichen sei, gab der Referent zu – sein Konzept sei mittelfristig angelegt. Um es umzusetzen, müsse mehr Personal als bisher zur Verfügung stehen – 1,5 Stellen hält er für erforderlich, bisher wird Tourismus im Rathaus „nebenher“ erledigt.

Interessant ein Einwurf von Carsten Wolfewicz – er wandte sich gegen die von Burzinski auch empfohlene Umfunktionierung der Burg Holtzbrinck zur Tagungsstätte mit gehobener Gastronomie. Die Burg brauche in der Innenstadt ein Pendant, auch das schaffe Verknüpfungen – die Bürgerburg als Sitz der den Grafen nachfolgenden Landräte sei dazu wie geschaffen. Deshalb müsse auch dort eine historische Komponente erlebbar bleiben. ▪ ben.-

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