Ayse Erzurum fühlt sich im Stich gelassen

Post-Filiale schließt schon wieder - und was sagt das Unternehmen? 

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Morgen schließt Ayse Erzurum ihren Laden am Brandhagener Weg endgültig ab. Weiterhin offen ist hingegen ihre „Rechnung“ mit der Deutschen Post.  

Altena – Erst vor wenigen Tagen brachte Ayse Erzurum an ihrem Laden am Brandhagener Weg einen Zettel an, auf dem sie ihre Kunden über die Schließung ihres Geschäfts informiert. Im Mai des vergangenen Jahres stieg sie dort ein. Am Donnerstag verlässt sie den Laden wieder. „Ich bin sehr traurig. Aber es hat sich finanziell einfach nicht gelohnt“, gibt Erzurum voller Enttäuschung zu.

Enttäuscht sei sie aber nicht etwa von ihren Kunden: „Die Nachfrage hier ist groß, die Beziehung zu meinen Kunden sehr gut“, erklärt sie.

Vielmehr ist es die Kooperation mit der Deutschen Post, die ihr in den vergangenen acht Monaten das Leben schwer gemacht habe: „Es ist so, dass der Laden hier fast ausschließlich als Post-Filiale gesehen wird. Ich hätte auch Döner verkaufen können und es hätte nichts genutzt. Die Menschen kommen wegen ihrer Pakete hierher.“ 

Und gegen diesen Kooperationspartner, von dem ihr Geschäft stark abhing, erhebt Erzurum schwere Vorwürfe: Sie fühlte sich seit dem Beginn der Zusammenarbeit mit der Deutschen Post von ihr regelrecht allein gelassen. 

Das sagt die Post auf Anfrage dazu

Eine Woche hätte sie eingearbeitet werden sollen. Am Ende waren es zweieinhalb Tage. Was aber noch schwerer wiege, sei der finanzielle Aspekt: „Wir fühlen uns getäuscht“, sagt sie. 

Im Vorfeld der Zusammenarbeit habe die Deutsche Post ihr eine monatliche Summe versprochen, die sie am Ende nicht bekommen hat. „Man hat mich und meinen Mann als Lügner dargestellt“, schildert Erzurum ihre Sicht des Sachverhaltes. 

Nachfolger wird es nicht geben

Die Deutsche Post reagierte auf AK-Nachfrage irritiert: „Wir müssen die Kündigung der Partnerschaft respektieren. Wir werden uns aber auf keine öffentliche Diskussion einlassen. Wir klären geschäftliche Dinge unter vier Augen mit unseren Partnern“, betonte Thomas Kutsch von der Pressestelle der Deutschen Post und fügte hinzu: „Wir werden diese Vorwürfe dementsprechend nicht kommentieren. Was ich dazu sagen kann, ist dass wir bundesweit Kooperationen haben, die teilweise seit vielen Jahren problemfrei bestehen.“ 

Hauptstelle an der Altenaer Kirchstraße

Für die Kunden der Deutschen Post im Bereich des Brandhagener Wegs, unter denen auch Firmen sind, heißt das nun vor allem, sich woanders hin orientieren zu müssen. Einen Nachfolger wird es laut Angaben der Deutschen Post nicht geben. 

Es handele sich um eine Stelle, an der die Deutsche Post zwar einige Zeit vertreten, gesetzlich aber nicht dazu verpflichtet war. Ausweichen könnten Kunden künftig auf Altenas Hauptstelle an der Kirchstraße.

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