Mit dem Stellwerk drei Dutzend Fahrräder auf Vordermann gebracht

Post-Azubis helfen Flüchtlingen in Altena

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Vor der ehemaligen Knerling-Schule hatten die Post-Auszubildenden eine improvisierte Fahrradwerkstatt eingerichtet.

Altena - Eigentlich sind sie angehende „Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen“ – gestern allerdings ölten 30 Post-Azubis Ketten, stellten Bremsen ein und flickten Fahrradschläuche.

Immer wieder appelliert die Post an ihre Auszubildenden, sich an Volunteer-Days zu beteiligen, sie dürfen gerne auch selbst nach dafür geeigneten Projekten suchen. In der Niederlassung Hagen (zu der auch Altena gehört) hatte sich das Engagement des Altenaer Stellwerks für die Flüchtlinge längst herumgesprochen. Deshalb wurde beschlossen, dort einen dieser Volunteer-Days durchzuführen. 

Als die Anfrage kam, wie die Azubis helfen könnten, riefen Anette Wesemann und ihre Mitstreiter spontan einen Fahrradaktionstag ins Leben. Zugute kam ihnen nämlich, dass die jungen Postler einen Bulli mitbrachten – „so konnten wir gespendete Fahrräder bei Menschen abholen, die keine Möglichkeit hatten, sie zu uns zu bringen“, sagte Wesemann. 

Räder auf Herz und Nieren geprüft

Blick in den „Showroom“: Knapp 40 Fahrräder standen hier zum Schluss zu eher symbolischen Preisen zum Verkauf.

Fast 40 Räder stellten Altenaer nach entsprechenden Spendenaufrufen zur Verfügung, darunter auch durchaus hochwertige Modelle. Vor der Knerlingschule hatten die jungen Postler eine improvisierte Werkstatt aufgebaut, in der jedes Rad auf Herz und Nieren geprüft und nötigenfalls repariert wurde, bevor es dann in die zum Showroom umfunktionierte ehemalige Pausenhalle ging. Dort wurden sie dann ausgezeichnet – umsonst gab’s nichts, die Räder wurden (allerdings zu eher symbolischen Preisen) verkauft. 

Begonnen hatte die Aktion am Vormittag mit einer Spendenübergabe: Volker Dunkel, der Leiter der Niederlassung Hagen, überreichte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein mehr als ein Dutzend Fahrradhelme – schließlich sollen die neuen Besitzer sicher unterwegs sein. Das war auch das Anliegen von Polizei und Verkehrswacht, die ebenfalls Mitarbeiter zum Knerling geschickt hatten. Sie machten die neuen Fahrradbesitzer mit den wichtigsten Verkehrsregeln vertraut. Ausprobieren konnten die Flüchtlinge die Räder auf einem Parcours, den ebenfalls die Post-Azubis aufgebaut hatten. 

Obst und Getränke von der Post gesponsert

Allerdings wurde dieses Angebot angesichts der tropischen Temperaturen gestern Nachmittag nur wenig genutzt. Dafür gingen Obst und Getränke, die die Post ebenfalls gesponsert hatte, weg wie warme Semmeln. Da traf es sich dann wieder gut, dass der Post-Bulli dabei war: Zwei der angehenden Fachkräfte für Expressdienstleistungen machten sich auf den Weg zum Discounter, um in Windeseile Nachschub zu organisieren.

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