Post-Azubis und Ausbilder gestalten Außenbereich der Freiheit 26

Baum fällt mit reiner Muskelkraft

+
Leicht war dem Baum auf der Außenterrasse der Freiheit 26 nicht beizukommen, doch mit vereinten Kräften und nur minimalem Werkzeug-Einsatz gelang es den Auszubildenden und Ausbildern, ihn aus dem Boden zu lösen

Altena - Es ist ein skurriler Anblick, der auch die Nachbarn vorbeischauen lässt: Ausbilder und Lehrlinge der Deutschen Post drücken und ziehen gleichzeitig, um den Baum im ehemaligen Biergarten des Restaurants Mythos zu fällen. Ganz ohne Motorsäge! Nur Hammer, Spitzhacke und zwei Handsägen und ein Abschleppseil ergänzen die geballte Muskelkraft.

Einst war er ein Schattenspender, wenn auf der Terrasse Retsina serviert wurde, doch Gärtner Dieter Steinmann hat dem Baum nicht mehr viel Leben attestiert. Weil sein Platz künftig auch Nutzfläche fürs Begegnungszentrum Freiheit 26 sein soll, wollen die insgesamt 18 Ausbilder und Azubis es wagen und ihn fällen. Es knackt ein paar mal verdächtig, doch das tief im Boden steckende Wurzelwerk gibt einfach nicht nach. Es wird gehämmert und gesägt, mancher Pflasterstein noch spontan manuell ausgehoben, doch es braucht viele mutige Anläufe, bis der Stamm endlich nachgibt. Der Jubel ist am Ende groß, die Stärkung zur Belohnung anschließend wohlverdient. Ein besseres Teambuilding-Projekt als dieses kann es kaum geben. Im Berufsalltag der angehenden Fachkräfte für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen spielt Gärtnern sonst keine Rolle, aber zwei Mal im Jahr gibt’s ein Global Volunteer-Projekt im Rahmen der Ausbildung, in dessen Rahmen gemeinnützige Arbeit geleistet wird. „In Altena waren wir ja schon öfter und haben zusammen mit Flüchtlingen etwas gestartet“, erklärt Ausbildungsleiter Ingo Gottschalk. „Das wollten wir gerne fortsetzen und diese Begegnungsstätte kann unsere Hilfe ja auch gebrauchen.“

Die Ziermauer in Richtung Langer Kamp wurde aufgefrischt. Zudem pflanzten die Lehrlinge auch neue Blumen.

Maurer-, Gärtner- und Malerarbeiten sind im Außenbereich gefragt. „Mobiliar für die Terrassennutzung haben wir da“, erklärt Anette Wesemann. „Das bereiten wir dann auf, dass es gleich genutzt werden kann!“ erklären die Helfer. Einer der Azubis war einst selbst als Geflüchteter in Altena angekommen, jetzt ist die Stadt sein Bezirk im ersten Lehrjahr. „Und wird wohl auch sein Wirkungskreis bleiben, denn Versetzungen in andere Bezirke sind bei uns kaum üblich“, erklärt Gottschalk. Er und das Team begrüßen am späten Nachmittag noch Gäste aus der Hagener Niederlassung, auch Flüchtlinge und Vertreter der Stadt sind zum Grillen eingeladen. Am Abend ist Fußballgucken angesagt. Jetzt in einem der schönsten Gärten der Stadt!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare