Polizeiwache nachts unbesetzt: So läuft's nach drei Monaten

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Die Polizeiwache in Altena ist seit Mai nachts nicht mehr besetzt.

Altena – Seit 1. Mai ist die Polizeiwache nachts nicht mehr besetzt. Der Polizeichef sagt, es habe sich nichts für den Bürger geändert. Doch etwas anderes ärgert manchen Altenaer.

Seit dem 1. Mai ist die Polizeiwache an der Marktstraße von 22 bis 6 Uhr nicht mehr besetzt. „Dadurch hat sich aber null für den Bürger geändert“, sagt Alexander Fall. 

Der Polizeihauptkommissar ist Leiter der Wache und weist darauf hin, dass jeder Bürger, der die Hausklingel am Eingang der Wache betätigt, über eine Gegensprechanlage während dieser Zeit mit der Polizei sprechen kann. „Es wird sofort ein Kontakt zur Leitstelle in Iserlohn aufgebaut. Niemand muss sich wegen der getroffenen Neuregelung um seine Sicherheit sorgen. Die Kollegen dort können sofort die Besatzung eines Streifenwagens verständigen. Die Beamten wären in wenigen Minuten vor Ort.

Polizeichef: Bedenken ausgeräumt

Fall erinnert sich seit der Neureglung „bisher an keine Probleme oder außergewöhnlichen Vorfälle“. Er glaube, dass die Bedenken vieler Bürger, die Polizei in Altena sei nachts nicht mehr zu erreichen, ausgeräumt seien. Natürlich kennt der Beamte die Kritik in den sozialen Netzwerken. Darauf habe die Pressestelle „erklärend reagiert“, sagt der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, Marcel Dilling.

Allerdings gibt es Kritik von Bürgern, die ungewöhnlich lange Wartezeiten beim Erstatten von Anzeigen beklagen. Michael Göbel aus Altena hat sich in einem Leserbrief ans AK gewandt. Er hatte an einem Montag gegen 10.30 Uhr die Wache betreten, um zwei Anzeigen zu erstatten. 

Wartezeiten bei Anzeigen

Die anwesende Polizistin, so schreibt der Altenaer, sei sehr freundlich gewesen, aber offensichtlich allein. „Durch dauernde Telefonate, Funkdurchsagen, die diese Beamtin gewissenhaft abarbeitete, war sie innerhalb von circa zweieinhalb Stunden nicht in der Lage, meine Anliegen zu bearbeiten. Kurz vor Dienstschluss machte sie sich Notizen und versicherte mir, diese am nächsten Tag zu bearbeiten.“ Michael Göbel macht der Beamtin selbst keine Vorwürfe, sieht aber einen Mangel im System. „Die Zentrale einer Polizeiwache mit nur einer Person zu besetzen, ist nach meiner Einschätzung ein Ding der Unmöglichkeit.“ Unter Bürgernähe würde er das auf gar keinen Fall verbuchen.

Fall räumt ein, dass es Wartezeiten geben kann. „Jeder kennt das von Behörden oder Ärzten. Dort betritt man das Wartezimmer und zieht eine Nummer. So etwas haben wir nicht. Bei uns wird jeder Fall nacheinander abgearbeitet. Haben wir viel Publikumsverkehr, kann es in der Tat schon einmal dauern."

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