Versetzung nach zehn Jahren

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Bernd Kischel (links) freute sich über das Geschenk seiner Kollegen und die lobenden Worte von Matthias Radtke. ▪

ALTENA ▪ Was lange währt: Zehn Jahre musste Bernd Kischel warten, dann endlich wurde seinem Versetzungs-antrag stattgegeben. Ab September arbeitet der Polizeihauptkommissar im Kreis Steinfurt. Dort lebt er seit vielen Jahren, pendelt permanent zwischen seinem Wohnort Haselünne und Altena hin- und her.

Eigentlich hatte es danach ausgesehen, als müsse der 57-Jährige bis zur Pensionierung in Altena bleiben – der Dienst im Kreis Steinfurt ist beliebt, freie Stellen sind rar. Es sei wohl nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass es dann doch noch klappte, sagte Matthias Radtke, der Leiter der Polizeiwache Altena, gestern bei Kischels Verabschiedung.

Gerne lassen die Altenaer ihren Kollegen nicht gehen. Radtke lobte seinen Einsatz bei der alljährlich fälligen Waffenrevision, auch um die Ausstattung der Streifenwagen habe Kischel sich stets vorbildlich gekümmert. Warme Worte auch von Stephan Sünkel, dem Leiter der Dienstgruppe, in der Kischel eingesetzt wurde. Er bezeichnete Kischel als „sehr verlässlichen und fantastischen Kumpel“, der sich für keine Arbeit zu schade gewesen sei. „Er hat uns oft zum Lachen gebracht“, verriet Sünkel. Vor allem übrigens mit Eisenbahn-Geschichten: Kischel engagiert sich in seiner neuen Heimat bei den Eisenbahnfreunden Hasetal und ist sogar als Dampflokführer zugelassen. Dementsprechend fiel das Geschenk der Dienstgruppe aus: Ein Zug aus Papier und Pappe, von Sünkel selbst sehr akkurat gebastelt.

Anfangs sei er von seinem Einsatz bei der Altenaer Polizeiwache weniger begeistert gewesen, blickte Kischel zurück – obwohl (oder vielleicht auch weil) er Altenaer ist, wäre er nach seinen ersten Dienstjahren bei der Autobahnpolizei lieber zu einer anderen Wache gewechselt. Dann habe er sich allerdings schon bald mit der Burgstadt arrangiert, sagte er. In den letzten Jahren hat er als Wachhabender viel Innendienst gemacht. „Polizei Altena, Kischel“ – unzählige Male hörten Bürger, die Hilfe suchten, diese Begrüßung und profitierten von der ruhigen und ausgleichenden Art des Polizeihauptkommissar.

Radtke hatte zur Verabschiedung alte Dienstbücher aus dem Archiv gekramt und auch den Ordner mit den Presseartikeln aus dem Jahr 1987, in dem Kischel seinen Dienst in Altena antrat – übrigens eine Zeit, in der auch Radtke schon einmal in Altena Dienst tat. Beim Stöbern in den alten Akten stießen die Polizisten auf manches Verbrechen, an das sie sich noch gut erinnern konnten. Dazu gehörte der spektakuläre Überfall auf das Studio B. an der Lennestraße, bei dem nie ermittelte Täter eine ganze Glücksspiel-Runde festsetzten und um insgesamt rund 30000 Mark erleichterte. Neben solchen Einsätzen werde der Polizeidienst damals wie heute aber auch von schönen Erlebnissen geprägt, betonte Radtke – und keiner widersprach. ▪ Thomas Bender

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