Präventionsarbeit der Polizei: Keine Chance für Taschendiebe

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Polizist Jürgen Hoffmann klärt diese Bürgerin über die Tricks der Taschendiebe auf. Mit ihrer geöffneten Handtasche, das Portemonnaie lag griffbereit obenauf, sei sie „ein perfektes Opfer“.

Altena - „Hier haben wir ein perfektes Opfer für einen Taschendieb“, sagte Hauptkommissar Jürgen Hoffmann zu einer überraschten Passantin, die am Mittwoch im Bürgerbüro Altena vorbeischaute.

Dort leistete die Polizei im Märkischen Kreis bei der landesweiten Aktionswoche „Augen auf und Tasche zu!“ Präventionsarbeit zum Thema Taschendiebstahl.

Taschendiebe tummeln sich laut Polizist Jürgen Hoffmann immer da, „wo es eng und ‘gemütlich’ ist.“

Die Bürgerin wurde von Hoffmann belehrt: „Sie tragen eine geöffnete Handtasche, das Portemonnaie liegt griffbereit obenauf. Das ist gefährlich.“ Mit schlechtem Gewissen gestand die Frau dem Polizisten dann auch noch, dass sie ihre Pin-Nummern in leicht abgewandelter Form in der Geldbörse aufbewahre – leichtes Spiel für Diebe.

So schützt man sich effektiv

Fahrlässiges Verhalten der potenziellen Opfer sei eine attraktive Verlockung für Kriminelle. Deswegen rät Hoffmann: „Wenn man sich in Menschenmassen bewegt, dann sollte man Wertgegenstände wie Brieftasche und Handy immer am Körper tragen. Entweder in den Innentaschen von Jacken oder aber in den Vordertaschen der Hose. Bei irgendeiner Form von Ablenkung sollte man sofort misstrauisch werden.“ Außerdem empfiehlt er, an Orten, wo viele Menschen unterwegs sind, Umhängetaschen und Rucksäcke nicht hinter, sondern vor dem Körper zu tragen. So behalte man einen besseren Überblick.

Taschendiebstähle in Altena meistens donnerstags 

In Altena seien Taschendiebe vorwiegend an Donnerstagen, wenn der Wochenmarkt geöffnet hat, unterwegs: „Die Täter treiben sich gerne dort rum, wo es eng und ‘gemütlich’ ist. Nicht nur auf dem Markt, sondern auch im Kaufhaus Toom, wo sie in der anonymen Masse verschwinden können.“ An Donnerstagen werden in unregelmäßigen Abständen auch schonmal „zwei bis drei Diebstähle zur Anzeige gebracht“, sagt der Polizist.

Geringe Gefahr in der Burgstadt

Dennoch ist Taschendiebstahl in Altena im Vergleich zu Großstädten wie Hagen, Dortmund und Bielefeld kein großes Thema. „Auf dem Mittelalterfest hatten wir keinen einzigen gemeldeten Fall. Dennoch wollen wir die Leute hier vor Ort für das Thema sensibilisieren. Denn die fahren bestimmt auch mal in eine Großstadt“, sagt Hoffmann.

Wenig Chancen gegen kriminelle Banden

Die Aufklärungsrate ist gering, weil meistens organisierte Banden auf Beutezug gehen. Das Repertoire an perfiden Tricks ist groß: Beim „Antänzer-Trick“ wird ein Opfer von einem vermeintlichen Tänzer, der plötzlich auftaucht, abgelenkt, während sich im Rücken des Opfers ein Komplize nähert und Wertgegenstände aus Hose oder Tasche entwendet. „Da werden Täter morgens in Altena abgeladen und nachmittags wieder abgeholt. Die Banden sind nur einmal in Altena, ehe sie woanders weitermachen“, erklärt Hoffmann.

Rat an alle Diebstahl-Opfer

Sein Rat an alle, die bestohlen wurden: „Immer die Polizei verständigen. Außerdem EC- oder Kreditkarten bei den Banken sofort sperren lassen. Die Hotlines sind 24 Stunden besetzt.“

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