Regel-Chaos in der Innenstadt

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Verwirrende Beschilderungen in der Fußgängerzone. ▪

ALTENA ▪ „Es war klar, dass das irgendwann passieren würde“ - mit diesen Worten kommentierte Rainer Hoffmann vom Ordnungsamt einen Unfall in der Fußgängerzone. Mit zunehmender Tendenz würden die im Straßenzug Lennestraße/Kirchstraße geltenden Regeln missachtet, hat er beobachtet.

Das galt auch für den Verursacher des Unfalls am Dienstag: Um 10.30 Uhr rangierte der Fahrer eines Transporters vor dem Hotel am Markt und übersah beim Zurückstoßen einen 65-jährigen Fußgänger. Der kam zu Fall und verletzte sich dabei so schwer, dass er zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Dieser Bereich der Innenstadt ist ab 10 Uhr gesperrt. Die Polizei werde jetzt in den kommenden Wochen verstärkt kontrollieren, ob die Lieferzeiten in der Innenstadt eingehalten würden, kündigte Polizeichef Matthias Radtke als Konsequenz an.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Für den 800 Meter langen Straßenzug zwischen Markaner und Toom gelten insgesamt vier verschiedene Regeln, vor allem Ortsfremde (und das sind die Fahrer der Lieferfahrzeuge ja oft) können daran schon mal verzweifeln – dies um so mehr, als dass auch Navis mit der Verkehrsführung in Altenas Innenstadt manchmal überfordert sind.

Die längste zusammenhängende Regelung betrifft die Lennestraße – sie ist komplett Fußgängerzone, geliefert werden darf von 18.30 bis 10 Uhr und zwischen 12 und 14.30 Uhr. Hier kann nur lenneaufwärts gefahren werden.

Zwischen Mittlerer Brücke und Burgapotheke folgt ein verkehrsberuhigter Bereich. Heißt also: Hier darf immer jeder fahren. Es gilt Schritttempo, Parken ist faktisch verboten, weil es keine dafür gekennzeichneten Flächen gibt. Halten darf man, wenn das zum Liefern erforderlich ist. Es herrscht zwangsläufig Gegenverkehr, weil Zu- und Abfahrt zu diesem nur 150 Meter langen Straßenabschnitt ausnahmslos über den Küstersort erfolgen müssen.

Es folgt der Bereich zwischen der Burgapotheke und dem Ellen-Scheuner-Haus. Er ist de jure zwar Fußgängerzone, die Zufahrt zum Altenpflegeheim ist aber ohne Einschränkung möglich.

Weiter geht’s in Richtung Toom - aber nicht mit dem Auto. Dieser Bereich ist nämlich wieder Fußgängerzone, darf aber diesmal nur aus Richtung Marktstraße befahren werden, also lenneabwärts. Warum in diesem Teil der Innenstadt dann auch noch andere Lieferzeiten gelten als in der Lennestraße, konnte sich übrigens noch nicht ‘mal Hoffmann selbst erklären.

In sich logisch wäre es, wenn der gesamte Straßenzug vom Markaner bis zum Toom Fußgängerzone wäre und der Lieferverkehr nur in eine Richtung fahren dürfte. Gescheitert ist das in den 90er Jahren nach dem Umbau der Kirchstraße. Unter anderem pochte die Deutsche Bank damals darauf, dass ihr Kundenparkplatz uneingeschränkt erreichbar sein müsse. Deshalb wurde damals nach langen Debatten ein Teil der Innenstadt zum verkehrsberuhigten Bereich erklärt. ▪ von Thomas Bender

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