Politiker besichtigen Hochwasserschäden

Als erstes sind die Bäche dran

Rahmedebach bei Firma Klincke
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Banger blick in den Rahmeedebach: Er müsste hier deutlich mehr Platz haben. Beim nächsten Hochwasser droht hier Gefahr.

Bei einer Bereisung der am schlimmsten vom Hochwasser betroffenen Teilen des Stadtgebietes hat die Verwaltung den Mitgliedern des Hauptausschusses am Montag mitgeteilt, wie sie sich die Beseitigung der Schäden vorstellt. Ein erster, noch sehr grober Zeitplan sieht vor, dass jetzt so schnell wie möglich damit begonnen werden soll, die Bachbetten wieder freizulegen, damit zukünftige Hochwasser möglichst ungehindert abfließen können.

Altena - Wie schwierig allein diese Aufgabe ist, zeigte sich auf dem Betriebsgelände der Firma Klincke in der unteren Rahmede. Dort ist der Rahmedebach stellenweise überbaut, verbirgt sich unter einer dicken Betonplatte. Sie wurde an einer Stelle aufgerissen. Was zum Vorschein kam, bestätigte alle Befürchtungen von Bau-Abteilungsleiter Roland Balkenhol: „Normalerweise liegt das Bachbett hier einen Meter tiefer“, sagt er. Neben Geröll wurden auch Baumstämme, Kronenstücke und anderes Treibgut angeschwemmt. All das muss weg.

Problematische Überbauungen

Überbauungen wie die bei Klincke gibt es viele an Nette, Rahmede und den anderen Bächen – wie das Geröll da rausgeholt werden soll, ist Balkenhol noch nicht ganz klar. Bürgermeister Uwe Kober schließt nicht aus, dass dafür sogar der ein oder andere Abbruch erforderlich ist. Beispiel Kölscher Joe: Die Traditionsgaststätte steht über dem Hegenscheider Bach, der dort ein altes Gewölbe völlig zugesetzt hat. Bauhofleiter Robert Groppe, der die Reparaturarbeiten koordiniert, hält es für nicht sicher und und schickt deshalb keine Arbeiter in diesen Durchlass.

Der Neubau eingestürzter Ufermauern und beschädigter Brücken muss nach Ansicht der Stadt noch warten. Sie hat Ingenieurbüros damit beauftragt, in den kommenden sechs Monaten die Abflusssituation der Lenne-Nebenbäche zu untersuchen und Vorschläge zu machen, wie sie verbessert werden kann. Balkenhol nannte Zahlen: „Der Querschnitt der Rahmede erlaubt an einigen Stellen nur einen Durchfluss von neun Kubikmetern pro Sekunde. Benötigt würden 30“.

Den Bächen mehr Plagtz geben

Am (ebenfalls erheblich beschädigten) Bauhof konnte die Verwaltung eines der Probleme aufzeigen, die jetzt angegangen werden sollen. Dort gibt es mehrere Brücken über den Brachtenbecker Bach, eine davon ist jetzt einsturzgefährdet und gesperrt. Es handelt sich um eine alte, aus Bruchsteinen gemauerte Bogenbrücke, die den Querschnitt des Baches deutlich verringert. Wird sie abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt, kann dort das Wasser besser fließen.

Es gebe viele solche private Brücken, meint Balkenhol. Er hofft, dass er sich der ein oder andere private Eigentümer angesichts der verheerenden Hochwasserfolgen dazu bewegen lässt, seinerseits zur Verbesserung der Abflusssituation beizutragen.

Grabenstraße besser schützen

An der Grabenstraße endete die Rundreise des Hauptausschusses. Von dort nahmen die Politiker eine dringende Bitte mit: Die Anwohner wünschen sich, dass am Abzweig der Nettestraße Hochwasserschutz nach dem Vorbild der Durchgänge zur Innenstadt angebracht wird. Damit könne ein erneutes Volllaufen der Straße verhindert werden, meinen sie.

Und wer bezahlt das alles? Bund und Land, hofft Kober und zitiert Armin Laschet: „Geld spielt keine Rolle“ habe der NRW-Ministerpräsident in einer Videokonferenz mit den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen gesagt.

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