NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst besucht Altena:

"Politik heißt immer auch Lernen"

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Nutzten das Gespräch mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (4.v.l.), den Finger in viele Wunden am Ort zu legen: Uwe Schober (CDU-Fraktionschef), Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein, Thorsten Schick MdL, Ulf Pleuger und Kämmerer Stefan Kemper.

Altena - „Das nehmen Sie bitte dem Herrn Ministerpräsidenten mit!“ – sagte Ulf Pleuger und überreichte durch den Bürgermeister an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst einen PC-Stick. Inhalt: Ein Beschwerdebrief in Sachen Stillstand beim Ausbau des schnellen Internets.

Der Politiker war Freitag, 16. März,  auf Vermittlung des CDU-Landtagsabgeordneten Thorsten Schick zu Gast in Evingsen. Im Hause Pleuger – einem Spezialisten für die Entwicklung von Maschinen und Zubehör für die Draht- und Kaltwalzindustrie – besprach der Gast aus Düsseldorf eine ganze Bandbreite an Themen. Im Besprechungszimmer des Unternehmens an der scharfen Kurve der Ihmerter Straße 20 hatte der Minister dabei auch einen Blick übrig für das kleine Problemchen, das ihn unter anderem nach Altena geführt hatte.

 Den von Bernd Falz (Claas-Firmengruppe) auf Stick gezogenen Beschwerdebrief an Armin Laschet in Sachen Internet nahm der Gast mit nach Düsseldorf.

Pleuger will sich vergrößern und benötigt Platz. Genau 85 Quadratmeter davon befanden sich aber im Eigentum von Straßen.NRW aufgeteilt auf jeweils wenige Zentimeter entlang der mehr als 100 Meter langen Straßenfront der Firma. Und die Behörde wollte sich davon nicht so einfach trennen, obwohl die Straße erst kürzlich ausgebaut wurde. Das hätte aber alle Anbau- und Erweiterungsmaßnahmen von Pleuger aus Abstandsgründen zunichtegemacht. Der Rat bedauerte, konnte nicht helfen, daraufhin schaltete sich CDU-Landespolitiker Thorsten Schick ein und ebnete Wege.

Letztes Endes

Letzten Endes bedurfte es aber dennoch eines Machtwortes aus dem Ministerium, um das klitzekleine hausgemachte Problem zu lösen. Ulf Pleuger stellte seinen Gästen ein in zweiter Generation geführtes „Nischenunternehmen“ vor, das heute nicht nur deutschland- und -europaweit sondern als Innovationsschmiede in seiner Sparte sogar Weltmarktführer sei. Über Spulmaschinen, Supraleiter, Medizin-Technik-Aggregate (Stents, MRT-Spulen, TT) und weitere Hightech-Anlagen wird in Evingsen viel individuell entwickelt. Ulf Pleuger berichtete von Überlegungen, auch in China tätig zu werden.

Ausweiten Richtung China

Und das trotz aller möglichen Plagiats-Probleme, die dann auftreten könnten. Nach der wire-Messe werde er das entscheiden. Immer wieder kreisten die Gespräche der Runde um die schlechte Infrastruktur hier auf dem Land (Straßenzustand, Internetgeschwindigkeit.) Der Minister erinnerte an Projekte in Dahle, der Nette sowie auf Rosmart und gab zu, dass einiges nach Jahren des Stillstandes wirklich „schlecht und erbärmlich“ sei.

Zustand schlecht und erbärmlich

Zu den Hemmschuhen der Vergangenheit gehörten nach seiner Einschätzung auch die Regierungswechsel. Jedes Kabinett setze andere Schwerpunkte und dann könnten schon mal jahrelange Vorarbeiten eingestellt werden. Wenn es dann wieder anlaufe, beginne man oft wieder bei Null.

Schick: "Nicht überall Teppich"

Thorsten Schick erwartet „nicht überall Teppich“, es sei aber kaum noch vermittelbar, dass Maßnahmen 15 Jahre geplant würden und dann in der Bauphase in drei Monaten erledigt seien. Wüst sieht im Kabinett eine ständige „Rückenstärkung, auch in Sachen Mittelbereitstellung für Straßen. Es wird viel passieren. Daran lasse ich mich messen. Politik ist eben auch immer Lernen.“

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