Politik erwartet Antworten

Von Ilka Kremer und Thomas Bender ALTENA ▪ „Wenn das stimmt, dann ist das ein Hammer“ – mit diesen Worten reagierte die SPD-Fraktionsvorsitzende Irmgard Ibrom auf unsere Berichterstattung über die Ablagerungen in der Brachtenbeck. Sie habe großen Erklärungsbedarf und erwarte in der Ratssitzung am Montag einen ausführlichen Bericht des Bürgermeisters. „Ein Unding“ sei es, dass die Stadt sechs Jahre lang ein Grundstück für eine Aktion zur Verfügung stellte, deren Legalität fraglich sei.

„Ein bisschen komisch“ findet Ulrich Biroth von der sozialen und demokratischen Arbeitsgemeinschaft den Hinweis des Bürgermeisters, dass es auf städtischem Grundstück keine Ablagerung gebe. „Ich fahre jeden Tag daran vorbei und finde nicht, dass man das so genau differenzieren kann“. Außerdem sei es seiner Ansicht nach sehr wohl Aufgabe der Stadt, auch bei privaten Grundstücken darauf zu achten, dass alles mit rechten Dingen zugehe.

„Für die Anwohner ist das eine echte Katastrophe“, sagte Bernhard Diel (FDP) auf Anfrage. Auch er erwartet Aufklärung im Rat. Neben der juristischen Einschätzung interessiert ihn vor allem, welche Vereinbarungen die Verwaltung mit den Nutzern des Geländes getroffen hat.

CDU-Chef Uwe Scholz versuchte, den Druck aus der Angelegenheit zu nehmen: „Ich habe dazu nichts zu sagen.“ Er kenne nur das, was er im AK gelesen habe und da scheine es Denkfehler zu geben. Zum einen: „Wenn sich das Ganze nicht auf städtischem Boden abspielt, kann die Stadt auch keine Einnahmen erzielen.“ Zum anderen: „Es handelt sich nicht um eine Ablagerung, sondern um eine Verarbeitung von Material.“ Ob das illegal sei, der Unternehmer dafür eine Genehmigung brauche, das wisse er nicht, so Scholz. „Die Verwaltung wird sicher am Montag über ihre Prüfungen in der Ratssitzung berichten, und das wird dann zu würdigen sein.“

Oliver Held, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sagte: „Ich finde das nicht gut, was da passiert.“ Er gehe davon aus, dass der Märkische Kreis die Sache vernünftig aufklären werde. „Die verfügen ja über eine gewisse Hartnäckigkeit.“ Und dann werde es sicher Konsequenzen geben. Auch Held meint, dass der Bauschuttberg am Montag Thema im Rat sein wird. Ihm ist bisher nicht klar, welche Rolle die Stadt Altena dabei genau spielt.

Gar keine Meinung zu den Vorfällen in der Brachtenbeck hat Manfred Wolfinger, der Sprecher der Linken. Er sei momentan beruflich so eingebunden, dass er keine Zeit zum Zeitung lesen habe.

Auch abseits der Politik wird das Thema diskutiert – zum Beispiel auf der AK-Internetplattform come-on.de. Dort schreibt „Beobachter“: „Interessant finde ich ja, dass alle Welt Alarm schreit (zu Recht!) wenn irgendein Hansel zwei Mörtelkübel voll Bauschutt in den Wald kippt. Und dass die Stadt (ebenfalls zu Recht) alles daran setzt, solche Umweltferkel zu erwischen. Von daher ist es schon bemerkenswert, dass diese Kipperei in der Brachtenbeck trotz ihres ganz erheblichem Umfangs über Jahre hinweg scheinbar geduldet wurde. Auch vom Kreis. Es kann mir doch keiner erzählen, dass die das nicht gesehen haben.“

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