Pistole wiedererkannt

ALTENA ▪ Im Hagener Mordprozess hat am Donnerstag noch einmal die Ex-Frau des Angeklagten ausgesagt. Auch ihr heute 20-jähriger Sohn nahm im Zeugenstand Platz. Dabei wurde noch einmal erörtert, warum sich die Frau vom Angeklagten bedroht fühlte und wie sie sich ihrem Mann aus erster Ehe anvertraute. Der soll sich – obwohl selbst in Haft – schließlich an die Kripo gewandt und so für einen Kontakt der Frau zu den Ermittlern gesorgt haben.

Auch sollte geklärt werden, wann und aus welchem Anlass der Angeklagte seiner Frau über die Tat in Altena berichtet hatte. Exakte Antworten konnte die Zeugin auf diese Fragen allerdings nicht mehr geben. Auslöser sei vielleicht „eine Filmszene“ gewesen. Weiter schilderte die Frau, wie sich der Angeklagte einmal unter Verwendung einer Getränkedose einen Schalldämpfer für seine Pistole gebaut hatte.

Der Sohn der Hauptzeugin berichtete schließlich, dass er beim Aufräumen des Familienautos einmal ein Projektil unter dem Vordersitz gefunden habe. Diese bewahrte der 20-Jährige auf – später wurde es dann der Kripo übergeben. Der 20-jährige konnte auf Polizeifotos auch eine Waffe wiedererkennen, die der Angeklagte einmal in seinem Beisein gereinigt hatte – es handelte sich um eine russische Tokarew TT32, eine Polizei- und Armeepistole.

Als dritter Zeuge wurde ein Fachmann des Landeskriminalamtes gehört, der auf die Analyse von Mikrospuren spezialisiert ist. Dabei ging es um Befunde aus der Wohnung der Altenaer Rentnerin und Streifen von rotem Klebeband. Zu DNA-Funden konnte der 52-Jährige aber nichts sagen. Dazu hat das Gericht eine andere LKA-Spezialistin geladen.

Im Zeugenstand saß auch ein 44-jähriger Mann, der den Ermittlern offenbar eine Zeit lang als Hauptverdächtiger galt, weil er mit dem getöteten Umberto S. Immobiliengeschäfte gemacht hatte und es zu Differenzen wegen Geldforderungen gekommen sein soll. Dieser Zeuge bestätigte, dass er zwei italienische Männer gleichen Nachnamens kennt, deren Namen in Zusammenhang mit der Kölner Tat schon mehrfach gefallen waren. Diese sollen derzeit in Italien in Haft sein. Mit einer Urteilsverkündung am kommenden Donnerstag rechnet das Gericht mittlerweile nicht mehr. Es seien wohl noch weitere Vernehmungen notwendig, war zu erfahren. ▪ tk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare