„Jugendkirche auf Zeit“ mit nachhaltiger Wirkung

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Das Organisationsteam der „Jugendkirche“ stellte vor, was sich Jugendliche ausgedacht haben. ▪

ALTENA ▪ Ein Möbeltransporter wird am 2. September vor dem Gemeindezentrum Mühlendorf stoppen – Jugendliche werden Couches, Stehlampen und weiteres Mobiliar ausladen, und es sich im Gemeindezentrum Mühlendorf nach ihrem Geschmack gemütlich machen.

„Wir werden hier richtig einziehen“, erklärte Erich Reinke, Geschäftsführer des Kirchenkreises Iserlohn, was am ersten Tag des Pilotprojekts „Jugendkirche auf Zeit“ im Mühlendorf passieren wird. Vier Wochen lang werden in den Räumen an der Blumenstraße dann die unterschiedlichsten Workshops angeboten.

Das Gemeinschaftsprojekt des evangelischen Jugendreferats des Kirchenkreises und der evangelischen Kirchengemeinde Altena will Jugendliche ab zwölf Jahren – aus dem gesamten Kirchenkreis, egal welcher Konfession oder konfessionslos – zum einem großen Miteinander einladen. Uwe Schulte, dem die theologische Leitung des Kirchenkreises obliegt, hofft auf einen „spannenden Prozess“, des bundesweit einzigartigen Angebots. Schulte beschreibt die vier Veranstaltungswochen als einen „Prozess auf Zeit“, den die Jugendlichen dafür nutzen sollen, um ihre Vorstellungen von Kirche zu demonstrieren, sie zu gestalten und zu leben.

Die „Jugendkirche auf Zeit“ geht aus der mittlerweile bereits bekannten Veranstaltungsreihe „Holy Days“ hervor. Hier verbringen Jugendliche 24 Stunden miteinander um machen ihre Kirche erlebbar. „Die Teilnehmer haben aber immer geäußert, dass sie gerne noch ein paar Tage dranhängen wollten, um länger Zeit zu haben“, weiß Pfarrerin Merle Vokkert, die schnell reagierte, als der Kirchenkreis eine geeignete Unterkunft für die „Jugendkirche auf Zeit“ suchte – das Presbyterium unterstützt das Pilotprojekt. Viel Überzeugungsarbeit hat die Pfarrerin nicht leisten müssen. „Trotz der vielen Arbeit merken wir einen Schub nach vorne“, stellt Merle Vokkert schon jetzt fest. Die Jugendlichen erkennen, dass sie willkommen sind und „ihre“ Jugendkirche mit eigenen Ideen gestalten können. Das Veranstaltungsprogramm für die vier geplanten Wochen haben an die 30 Jugendlichen im Jugendforum des Kirchenkreises überwiegend nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen entworfen. Vor zwei Jahren begannen die Planungen. „Schon während dieser Zeit haben sie erlebt, dass es hier keine Repressalien gibt und Kirche erlebbar ist“, betont Erich Reinke. So sind Workshops zu den Themen Armbänder, Schminke, Holzkreuze, Facebook, Sport, Kochen, Nähen, Filzen, Gipsmasken, Berufsberatung, Filmen, Malen, Fotografieren, Zumba, Band und vieles mehr geplant. Auch das Logo und die Farbgestaltung des Flyers geht auf die Kreativität der Jugendlichen zurück. Nach einem großen Abschlussfest am 29. September mit der Band Taste aus England, folgt einen Tag später dann der Auszug aus dem Gemeindezentrum – und es wird Bilanz gezogen.

Dass die in erster Linie gut ausfallen wird, davon sind die Verantwortlichen schon jetzt überzeugt. Uwe Schulte weiß bereits von einigen Kirchengemeinden, die die „Jugendkirche auf Zeit“ auch gerne in ihrer Gemeinde erlebbar machen wollen. Somit scheint sich die Intention des Pilotprojekts – weg von einer zentralen Jugendkirche und hin zu einer Jugendkirche, die auf die Jugendlichen zugeht – zu erfüllen. ▪ Susanne Riedl

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