Phönix-Bild an der Hausfassade

Wie Phönix aus der Asche: Brandopfer kehren in ihr Haus zurück

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Letzter Akt einer Brandsanierung: Die Kunstmalerin Ülle Buschmann erhielt den Auftrag, einen Phönix auf das Haus von Ernst Tzschachmann und Evi Wild zu malen.

Altena - Letzter Akt der Brandsanierung bei Ernst Tzschachmann und seiner Partnerin Evi Wild: Die beiden ließen von Ülle Buschmann einen Phönix auf die Fassade ihres im November 2017 abgebrannten und inzwischen wieder aufgebauten Hauses auf dem Nettenscheid malen.

In der Mythologie ist Phönix ein Vogel, der am Ende seines Lebenszyklus verbrennt, um anschließend aus seiner Asche wieder neu zu erstehen. So ähnlich sei es mit ihrem Haus gewesen, sagen die beiden, die im Juli (und damit acht Monate nach dem verheerenden Brand) zum Nettenscheid zurückkehren konnten. Nachdem sich am 18. November 2017 ein Fettbrand rasend schnell in dem Haus an der Märkischen Straße ausbreitete, war der Dachstuhl abbruchreif. Vom Erdgeschoss konnten nur noch die Wände stehen bleiben, selbst der Putz musste erneuert werden. Glück im Unglück, dass ein Bekannter der beiden auf solche Sanierungen spezialisiert ist und dass der mit einer Architektin verheiratet ist, die dem Paar bei seinen Verhandlungen mit der Versicherung zur Seite stand.

Wichtige Erinnerungsstücke konnten gerettet werden. Der Computer mit hunderten von Urlaubsbildern überstand den Brand wie durch ein Wunder

Im Januar ging’s los, im Juli waren die Handwerker soweit, dass das Paar zurückkehren konnte – bis dahin hatte es in einer winzig kleinen Dachgeschosswohnung von Bekannten gewohnt. Zwei Tage später ging es in den Urlaub, in eine einsame Blockhütte in Finnland. Das sei schon vor dem Brand gebucht gewesen und habe sich nicht mehr rückgängig machen lassen, erzählt Evi Wild. Im Nachhinein sei das auch gut gewesen – „wir haben da etwas Abstand gefunden“. Als sie dann zurückkamen, da habe sie zum ersten Mal geheult, gesteht sie: „Die Sanierung war zwar abgeschlossen, aber überall war Dreck“. Aber die Geschichte der beiden Brandopfer ist untrennbar mit dem Thema Nachbarschaft verknüpft: „Die Frauen aus der Nachbarschaft sind sofort mit Eimern und Schrubbern gekommen und haben geholfen“.

Sofort geholfen

Und auch die Männer blieben nicht untätig und arbeiteten beispielsweise den riesigen Elchkopf wieder auf, der nach wie vor das Treppenhaus ziert. „Wir haben in unserer Not so viel Menschlichkeit erfahren, das hat wirklich was Beglückendes“, sagen die beiden und fügen an, dass nach ihrer Beobachtung die gesamte Nachbarschaft angesichts der Katastrophe enger zusammengerückt ist. Und noch etwas Gutes habe der Brand gehabt: „Wir haben uns von Ballast befreit“. Wäsche, die aus der Brandruine geborgen wurde, sollte eigentlich komplett in einer darauf spezialisierten Wäscherei gereinigt werden. „Wir sind dann dahin gefahren und haben aussortiert, was wir nicht mehr brauchen.

Im Grunde ein neues Haus

Das war eine ganze Menge“, erzählt Tzschachmann. „Wir haben jetzt im Grunde ein neues Haus“, meint der 80-jährige Rentner und freut sich über bessere Isolierung, elektrische Rollläden und manche Kleinigkeit, die ihn jahrelang genervt hat und die jetzt behoben ist. Ganz billig war das allerdings nicht: Das Paar war unterversichert, die Versicherung ersetzte den Schaden deshalb nicht komplett. Also musste an der ein oder anderen Stelle gespart werden, zum Beispiel bei der Einrichtung. Da wurde auch manches gebrauchte, aber gut erhaltene Möbelstück angeschafft.

Gebrauchtes gekauft

Heilfroh sind die beiden, dass viele Erinnerungsstücke an ihre vielen Reisen in ferne Länder gerettet werden konnten. „Es gleicht einem Wunder, dass mein PC das überlebt hat“, strahlt Evi Wild – auf ihm waren hunderte von Bildern gespeichert und konnten wieder hergestellt werden. Über dem Esstisch hängt jetzt wieder eine stimmungsvolle Aufnahme, die ihren Mann am Ufer des Yukon zeigt. Sie fühlten sich in dem Haus jetzt auf jeden Fall wohler als vorher, sagen die beiden übereinstimmend.

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