Nach nur anderthalb Jahren

Pfarrer verlässt Altena: Abschied kam nicht überraschend

Abschied: Die Presbyter Dan Ossenberg-Engels (links) und Carsten Menzel (rechts) unterstützen Dr. Sadrack Djiokou (Mitte) bei seiner Entscheidung. Sie kümmern sich nun mit um die Neubesetzung der Pfarrstelle.
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Abschied: Die Presbyter Dan Ossenberg-Engels (links) und Carsten Menzel (rechts) unterstützen Dr. Sadrack Djiokou (Mitte) bei seiner Entscheidung. Sie kümmern sich nun mit um die Neubesetzung der Pfarrstelle.

Pfarrer Dr. Sadrack Djiokou beendet zum 1. November seinen Dienst in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde – nach nur anderthalb Jahren. Er möchte wieder mehr in Afrika wirken. Für das Presbyterium kam diese Entscheidung nicht ganz unerwartet.

Altena/Nachrodt – Schon am kommenden Sonntag, 3. Oktober, hält der Geistliche seinen letzten Gottesdienst in Altena. Danach hat er Urlaub, der bereits seit längerer Zeit geplant war.

Wie wichtig dem Theologen seine Arbeit für Afrika ist, das unterstrich er im persönlichen Gespräch: „Es war für mich keine leichte Entscheidung, die Zeit in Altena war kurz“, sagte er und führte weiter aus: „Für mich ist es wichtig, dass junge Menschen in Afrika eine Zukunftsperspektive haben – vor Ort in ihrem Land anstatt sich die ganze Zeit auf den Weg zu machen. Viele sterben beim Durchqueren des Meeres, in diesem Jahr sind schon mehr als 1500 Menschen ertrunken. Da sind die, die es nicht durch die Wüste geschafft haben, noch nicht mit eingerechnet.“

Für das Presbyterium sei die Entscheidung des Geistlichen, sich wieder mehr für die Belange und die Unterstützung der Menschen in Afrika einzusetzen, nur bedingt überraschend gekommen. „Man hat gemerkt, dass sein Herz an der Arbeit für Menschen in Afrika hängt“, sagte Presbyter Carsten Menzel. Djiokou studierte in Yaoundé, der Hauptstadt seines Heimatlandes Kamerun, und promovierte 2019 an der Ruhr-Universität Bochum.

Am 1. März 2020 trat er seinen Dienst in Altena an. Zu dieser Zeit begann auch die Pandemie. „Das war maximal schlecht und hat den Start für Sadrack nicht leicht gemacht“, beschreibt Menzel. Durch Lockdown und Kontaktbeschränkungen sei es zum Teil schwer gewesen, einen Draht zur Gemeinde aufzubauen. Intern sei die Zusammenarbeit gut gelaufen, so der Presbyter.

Vor seinem Dienst in Altena war Djiokou seit 2002 als Pfarrer im damaligen Kirchenkreis Soest und als Gastdozent im Institut für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Evangelischen Kirche von Westfalen tätig. In der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal leitete zuletzt er die Abteilung Afrika.

Zukunft der Gemeinden: Regionalgemeinde bis Pfingsten 2023

Die evangelischen Kirchengemeinden Nachrodt-Obstfeld, Wiblingwerde und Altena wollen bis Pfingsten 2023 eine Regionalgemeinde gründen. Diese soll auch einen neuen Namen bekommen – welchen, das wird im Rahmen eines Wettbewerbes entschieden. Die wichtigsten Fakten: Alle drei Kirchen und die Gemeindehäuser sollen erhalten bleiben. Im Presbyterium der neuen Regionalgemeinde werden Vertreter aller drei Gemeinden gleichberechtigt vertreten sein.

Langfristig wird es zwei Pfarrstellen geben. Die Nachrodter betreut aktuell Pfarrer Wolfgang Kube, die Wiblingwerder werden vom Pfarrer in Altena betreut. Nicht weniger soll künftig für die insgesamt 6000 Gemeindemitglieder geboten werden, sondern mehr. Es gehe nicht, wie bei einer Fusion üblich, um Einsparungen, sondern um einen zukunftsweisenden Weg. Seelsorge, Gottesdienste, Seniorenarbeit, Verwaltung, Konfirmandenunterricht und mehr sollen gemeinsam gestaltet werden.

Dennoch seien die anderthalb Jahre, in denen Djiokou nun in Altena tätig war, natürlich keine lange Zeit gewesen, so Carsten Menzel. „Ich habe großen Respekt vor dem Schritt, den er geht“, betont der Presbyter. „Einen Menschen, der sich aus Überzeugung auf so eine Mission macht, kann man nicht und sollte man nicht aufhalten.“

Für die Gemeinde sei der Weggang des Pfarrers ein Verlust. Nicht nur, weil die einzige Pfarrstelle nun wieder unbesetzt ist, sondern „weil sich jeder Pfarrer mit seiner Art Gottesdienste zu feiern einbringt und in Erinnerung bleibt“, so Menzel.

Wie es personell weitergeht, ist noch nicht klar. Die Gottesdienste sollen ab Oktober Pfarrer aus dem Vertretungsdienst des Kirchenkreises Iserlohn übernehmen, die bereits 2019 und 2020 in Altena wirkten, als die Pfarrstelle für mehrere Monate ebenfalls unbesetzt war.

Das Presbyterium werde zusammen mit dem Kreissynodalvorstand indes die notwendigen Schritte einleiten, um die Stelle auszuschreiben und zeitnah neu zu besetzen.

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