Statements in Stein

Mit seinem Buch „Steinreich“ und einer symbolischen Sonne als Steinskulptur ist Pfarrer Uwe Krause auf diesem Bild zu sehen.
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Mit seinem Buch „Steinreich“ und einer symbolischen Sonne als Steinskulptur ist Pfarrer Uwe Krause auf diesem Bild zu sehen.

Uwe Krause, Pfarrer in Dahle und Evingsen, ist nicht nur ein Mann des theologischen Wortes, er ist auch ein Mann mit Hammer und Meißel. Der Geistliche hat vor vier Jahren eine neue Freizeitbeschäftigung entdeckt, die ihm ungewöhnliche Ausdrucksformen bietet - die Bildhauerei.

Altena – Gleichzeitig hat er ein ganz altes Hobby wieder aufgenommen. Eine Ausstellung der Bildhauerarbeiten sollte am Sonntag eröffnet werden, doch aus der Vernissage wird - coronabedingt - nun nichts. Uwe Krause verlegt sie ins Internet. Die Ausstellung wird von einem Buch begleitet, das auf 44 Seiten neben Texten auch die Exponate dokumentiert.

Erhältlich ist das Buch mit dem Titel „Steinreich“ bei Schreibwaren Appelhans in Dahle und in der Buchhandlung Katerlöh an der Kirchstraße. Der Preis beträgt elf Euro.

Begleitbuch „Steinreich“

Uwe Krause betont, es gehe ihm darum, nicht nur theologische Antworten zu geben, sondern auch künstlerische. „Man muss sich mit etwas auseinandersetzen“, sagt Krause. „Wir sind einer Situation nicht nur ausgesetzt, wir können auch Widerstand leisten“, so der Theologe. Für seine Statements in Stein steht etwa eine beeindruckende Skulptur mit dem Titel „Resistance“.

Das bevorzugte Material des Dahler Pfarrers ist Sandstein, seltener Grauwacke. „Die Natur hat Sand in Jahrmillionen Erdgeschichte zu Sandstein recycelt“, schreibt er im Begleitbuch. „Jahrhundertelang wurde der Stein für Bauwerke mühsam gebrochen und behauen. Soliden Bauernhäusern, repräsentativen Kirchen, Rathäusern und Denkmälern verleiht der Naturstein bis heute ihren Charme.“

Als Steinmetze dann die Südseite der Dahler Kirche restaurierten, kam die entscheidende Inspiration, der Impuls. Der Pfarrer wohnt nebenan im Pfarrhaus und sah, wie die „Bauhütte“ arbeitete. „Die Steinmetze ließen mich an ihrem Wissen und ihrer Erfahrung teilhaben“.

Sprechende Steine

Seine Fertigkeiten erarbeite sich die Theologe schließlich autodidaktisch, nahm dabei auch ein Standardwerk für Ausbildung und Praxis der Steinmetze zur Hilfe sowie theoretische Bände.

„Sandstein in seiner ganz unterschiedlichen Härte, Färbung und Körnung begann mich zu faszinieren. Die Steine begannen zu sprechen. Ich konnte nicht widerstehen und fing an“, erinnert sich der Theologe. Langsam, aber sicher, legte sich im Keller des Pfarrhauses ein Schleier aus Steinstaub auf Weinflaschen, Marmeladen- und Einweckgläser. „Per Hand schlage ich mit Fäustel und Klüpfel die Eisen in den Stein“, beschreibt Krause die Arbeitstechnik. „Dank der handwerklichen Vorprägung im Elternhaus habe ich weniger Pflaster benötigt, als manche vermuten“, ergänzt der Pfarrer noch.

Fotografie wiederentdeckt

Zu den Exponaten gesellen sich Fotos, die Uwe Krause selbst schießt. Die Ausbelichtungen sind bis zu 1,40 Meter groß. Die Fotografie war zu seiner Jugendzeit ein großes Hobby, es wird jetzt wieder gepflegt. „Ich habe mir angewöhnt, alle fertigen Exponate zu fotografieren. Die Fotoaktionen verwandeln oft Arbeitszimmer oder Kirche in ein Fotostudio.“

Es werden bis zu 30 Arbeiten zu sehen sein, sowohl in der Kirche als auch im Pfarrgarten. Die Präsenzausstellung soll baldmöglichst nachgeholt werden, begleitet von Vorträgen.

Der Link zum Eröffnungsvideo:

youtu.be/vZARWSIze-o

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