Kinderporno-Verdacht: Pfarrer suspendiert, Kita-Verband spricht mit Eltern

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In den betroffenen Kitas gab es Eltern-Gespräche.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde –Der Kita-Zweckverband hat diejenigen Eltern zum Gespräch eingeladen, deren Kinder eine der vier Kitas besuchen, in denen der suspendierte Pastor wirkte. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts, Kinderpornos aus dem Netz heruntergeladen zu haben. 

„Es gibt kein Redeverbot und keinen Maulkorb“, sagt Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen. Deshalb versteht er die Welt nicht mehr, dass einige Gemeindemitglieder offensichtlich nicht über Gesprächsangebote zum Pastor-Skandal reden wollen. Ulrich Lota stellt klar: „Wenn die Menschen in Altena darüber reden wollen, gibt es überhaupt kein Problem.“

Bisher hat es für die Gemeindemitglieder in Altena und Nachrodtim Gegensatz zu Schalksmühle keinen offenen Gesprächsabend gegeben. Stattdessen war Dr. Kai Reinhold, Leiter des Dezernats Pastorales Personal im Bistum Essen, in Altena und sprach mit haupt- und ehrenamtlich Verantwortlichen. Weitere Gespräche sind derzeit nicht geplant. 

Weil sie augenscheinlich nicht gefordert werden. In Schalksmühle, so sagt Ulrich Lota, sei die Situation allerdings auch eine andere, da der Pastor dort gelebt und im Wesentlichen dort seinen Dienst versehen habe. 100-prozentig ausschließen kann man zwar nicht, dass der Pastor, der pornografisches Material auf seinem Computer gehabt haben soll, auch direkten Kontakt zu Kindern aus Altena und Nachrodt hatte. 

Kaum direkter Kontakt zu Kindern

Aber Fakt ist, dass es wohl „nur“ gemeinsame Gottesdienste und klassische Gruppenangebote zu Festtagen mit dem Geistlichen gab, gegen den die Staatsanwaltschaft aktuell ermittelt. Der Kita-Zweckverband im Bistum Essen reagierte nach dem Bekanntwerden der Ermittlungen unverzüglich.

 „Denn das ist ein absolutes No-Go. Und natürlich muss man auf die berechtigten Sorgen und Nöte der Eltern eingehen. Der Kinderschutz geht über alles“, sagt Andreas Konze, Zweckverband-Geschäftsführer, und ergänzt: „Wir haben festgestellt, dass es keinen übermäßig großen Einsatz des Pastors in unseren Einrichtungen gab.“

Gesetz gibt Umgang vor

Zum Kita-Zweckverband gehören der St.-Elisabeth-Kindergarten in Nachrodt, der St.-Katharina- und der St.-Matthäus Kindergarten in Altena sowie die St.-Nikolaus-Einrichtung in Halver. Überall dort gab es vom Zweckverband Gesprächsangebote für die Eltern, die „das sehr dankbar angenommen haben“, sagt Andreas Konze. Tatsächlich gibt es ein mehrstufiges Verfahren, wie nach Paragraf 8a im Strafgesetzbuch zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung vorgegangen wird. Elterngespräche stehen oben an.

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